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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Alpenüberquerung x 2: Bodensee - Mittelmeer und wieder zurück


Stalko
12.07.2010, 11:33
Hallo,
nachdem wir in den letzten Jahren immer mit den Moutainbikes in den Alpen unterwegs waren (Ötztal, Wallis, Tauern, Dolomiten usw.), sollte es diesen Sommer auf schmalen Reifen und festen Wegen auf große Fahrt gehen. Die Idee zu dieser Tour hatte ich schon letzten Sommer und so beschlossen wir ( nicht zuletzt durch Velopopes geniale Bildberichterstattung ermutigt ), dieses Jahr vom Bodensee zum Mittelmeer und wieder retour zu radeln und dabei den ein oder anderen namhaften "Küppel" zu überfahren.
Zunächst war geplant in Hotels und Pensionen zu übernachten, aber dann kam uns die Idee doch lieber am Rande der Strecke zu kampieren. Also wurde ein kleiner Gepäckträger, zwei selbstaufblasende Liegematten und ebensolche Kissen, ein neues Zelt und alles was noch so nötig war besorgt, die Räder hergerichtet und die Rucksäcke und Radtaschen gepackt.
(Wer eine Ausrüstungs- und Packliste sowie eine detailiertere Wegbeschreibung haben möchte kann mich gern anschreiben).

Der Wetterbericht hat gepasst, am Samstag den 26.06. haben wir dann also unser Auto beladen und sind am Sonntagmorgen zu einem Rhöner Freund, den es nach Hard bei Bregenz am Bodensee verschlagen hat, aufgebrochen. Sonntagnachmittag wurde in einer Bar in der Altstadt von Bregenz noch das Fussballspiel Deutschland ./. England geschaut und danach in Hard der Grill angeheizt. Carboloading mit Nudelsalat und Mohrenbräu :D

Tag 1: Am Montag den 28.06. ging es dann los: Wecker gegen 0700, Müsli anrühren und dann ab in die Puschen. Räder ausladen, Gepäcktaschen und Zelt verstauen (Mein Rad war mit dem Gerödel so schwer das ich es grade noch anheben konnte), Kette ölen, Luftdruck prüfen, Gesäß- und Sonnencreme schmieren und dann auf Richtung Schweiz.
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Von Hard sind wir dann zunächst Richtung Fußach und dann südlich, am Rhein entlang, bis zum Grenzübergang Lustenau – Au in die Schweiz geradelt. Von Au ging es dann mit Blick auf Lichtenstein im Rheintal über Altstätten, Sennwald, Buchs bis nach Sargans.
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Kurzes Päuschen in Sargans, und dann weiter in westlicher Richtung zum Walensee.
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Das Sträßchen am Seeufer war ganz nett, aber nicht durchgehend asphaltiert. Ab und zu mal ein Tunnel und ein schöner Blick auf den See und die Gegenüberliegenden „Churfirsten“.
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Das westliche Seeufer erreicht, ging es dann weiter nach Süden Richtung Glarus.
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Das Morgen-Müsli war inzwischen verbrannt und wir hatten ordentlich Hunger. Also den nächsten Italiener in Glarus angesteuert. Tagesmenü: Ravioli mit Tomaten-Sahne-Soße und Salat, dazu eine große Cola. Das Essen war gut aber nicht genug, wenngleich ich durch die große Menge Flüssigkeit im Bauch zumindest erst mal satt war.
Von Glarus ging es dann weiter Richtung Klausenpass, der etwa ab Rüti zu steigen beginnt. Unten ein paar Pflastersteine und dann schlängelt sich die Straße mit einigen Serpentinen bis zu einem Hochtal bei Urnerboden.
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Kuhglocken überall, rechts eine Hütte. Die Sonne brennt, der Inhalt der Trinkflaschen war warm und wir hatten Durst. Also Anhalten, eine große Milch bestellt und ein Eis gegessen und dann ab die letzten Höhenmeter Richtung Klausen.
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Als wir die Passhöhe (1948m) erreichten, hatten wir schon etwas über 160km am Tacho, aber jetzt geht’s runter :)
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Abfahrt vom Klausen bis nach Altdorf am Vierwaldstätter See. In Altdorf noch in einen Supermarkt und Getränke und Süßkram für den Abend gekauft, Telldenkmal (Altdorf ist die Heimat des Schützen Tell) angeschaut
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und dann gleich ab in die nächste Fressbude: Pizza „Waldmann“ und Bier. Gesättigt ging es dann noch ein paar Kilometer weiter entlang der Gotthardstraße bis Silenen, dort haben wir dann unser Zelt aufgeschlagen, direkt am Flussufer.
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Daten vom Ersten Tag: Von Hard (AT) bis Silenen (CH), Km: 185,4, hM: ca. 2600.

Stalko
12.07.2010, 11:34
Mit den nächsten Tagen geht es dann später (wahrscheinlich heute Abend) weiter.

mithrandir
12.07.2010, 12:07
No comment... http://www.smiles.kolobok.us/big_standart/good2.gif

Stalko
12.07.2010, 18:03
Tag 2: Dienstag der 29.06. Aufwachen in Silenen, wir haben gut geschlafen. Blick aus dem Zelt auf von der Sonne angestrahlte Bergspitzen.
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Wir Packen alles zusammen, beladen die Räder, kauen einen Müsliriegel und ein paar Kekse, putzen Zähne und machen uns weiter auf der Gotthardstraße in Richtung Süden. In einem der nächsten Orte halten wir an einer kleinen Bäckerei an und Frühstücken.

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Gestärkt geht es weiter, nächstes Ziel ist Andermatt. Die Straße führt entlang des Oberalpstocks und beginnt schnell zu steigen (Silenen liegt auf ca. 500, Andermatt auf ca. 1450m.ü.n.N). Wir kurbeln durch Wassen, vorbei am Abzweig Richtung Sustenpass, über Göschenen nach Andermatt. Die letzten Kilometer steigen recht ordentlich und die Straße ist stark befahren.

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Ankunft in Andermatt, die ersten 1000 Höhenmeter sind gemacht.

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Wir steuern den nächsten Supermarkt an, kaufen Bananen, Milch, Joghurt und Riegel, vertilgen alles und machen uns weiter in Richtung Furkapass.
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Ab Realp geht’s dann hoch, wir sind recht flott unterwegs und ich fühle mich super. Verena hat ab der Hälfte ein kleines Tief, der Weg zieht sich noch recht lang und die Sonne brennt ordentlich, egal…weiter…die Passhöhe ist in Sicht.
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Oben am Furka auf 2436m angekommen: „Passfoto“ machen, Ausblick genießen, Weste und Armlinge anziehen und dann, mit kurzem Zwischenstop am Hotel Belvedere am Fuße des Rhonegletschers, ab nach Gletsch.

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Kurz anhalten in Gletsch, Foto und weiter nach Obergoms im Rhonetal.
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Wir machen Mittag in Ulrichen am Abzweig zum Nufenenpass und Rollen mit Rückenwind und vollem Bauch über Fiesch bis nach Brig.
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Bis hierhin gefällt mir das Rhonetal richtig gut, ab Brig sieht man dann aber viel Industrie und die Straße ist, wohl auch aufgrund des Feierabendverkehrs nun wesentlich stärker befahren. Kurz hinter Brig fängt es leicht an zu regnen, also Regenschutz über den Rucksack und Jacke an. Nach einer kurzen Rast an einer Tankstelle fahren wir dann noch weiter bis nach Sion, dort nehmen wir dann ein Zimmer in der Jugendherberge das wir noch mit einem älteren Italienischen Ehepaar teilen (62€ die Nacht für das Mehrbettzimmer mit Frühstück). Wir duschen und gehen noch mal in die Innenstadt von Sion, dort wird gegessen, dann ab ins Bett.
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Die Nacht war recht heiß und laut, zuerst hat eine Jugendgruppe ordentlich Rabatz auf den Gängen gemacht und später gab es bis ca. 0200 Hupkonzert. Spanien hat Portugel rausgeworfen.

Daten vom zweiten Tag: Von Silenen (CH) nach Sion (CH), Km: 163, Hm: ca. 2320

Weight Weenie
12.07.2010, 18:13
Cool - nette Fotos und ihr scheint ja Spass zu haben!:daumen::daumen:

Stalko
13.07.2010, 09:35
Tag 3: Mittwoch der 30.06. Der Wecker bimmelt gegen 0700, unsere Mitbewohner sind schon auf den Beinen, wir ziehen uns an und freuen uns auf das Frühstück.
Das Frühstücksbuffet war, für ein nicht-deutsches Frühstück, reichhaltig und gut. Wir essen uns satt und schmieren noch eine Stulle zum mitnehmen.
Nachdem wir in die Radklamotten geschlüpft, Sonnen- und Gesäßcreme geschmiert ist, ziehen wir die Betten ab und „checken aus“. Unsere Räder durften wir über Nacht glücklicherweise in der verschlossenen Garage der Jugendherberge, die im Bahnhofsvirtel von Sion gelegen ist, abstellen und mussten sie nicht in den öffentlichen Fahrradständer vor der Herberge stecken. In der Garage finde Ich eine Standluftpumpe und prüfe noch mal den Luftdruck, reinige die vom gestrigen Regen und der Fahrt entlang eines Kieswerkes vor Sion verdreckten Bremsbeläge und Felgen und sprühe noch etwas Brunox auf die Kette. Los geht’s!
Wir brechen gegen 0900 in Sion auf, kaum eine Wolke am Himmel und es ist schon richtig warm. Wir schlängeln uns durch Sion und fahren weiter flussabwärts, an vielen Weinbergen vorbei, Richtung Martigny.

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In Martigny angekommen und Stop beim nächsten Supermarkt: Vanille- und Erdbeermilch, Bananen und Kinder Pingui. Riegel haben wir noch von gestern. Nach der kleinen Stärkung mussten wir uns nun entscheiden: Entweder wir fahren über den großen Sankt Bernhard Pass nach Aosta (Italien) und dann weiter zum kleinen Sankt Bernhard Pass oder es geht über den Col de la Forclaz und den Col des Montets nach Frankreich. Wir hatten beide mehr Lust auf Frankreich und den Mont Blanc, also ab auf den Col de la Forclaz!
Von Martigny, das auf ca. 470m.ü.n.N. liegt zieht es sich Anfangs in sehr lang gezogenen Serpentinen zuerst durch Weinberge und dann durch Waldstücke bergan.

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Trotz der Bäume hatten wir fast keinen Schatten auf der Straße, es ging kein Lüftchen und aufgrund der geringen Geschwindigkeit bergauf hatten wir auch keinen kühlenden Fahrtwind. Es war verdammt heiß, das Thermometer hat bis zu 47°C angezeigt.

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Gut durchgegahrt kamen wir dann am Forclaz an, Passfoto und ca. 400hm Abfahrt, bis es nach dem Grenzübergang Schweiz – Frankreich gleich wieder bergauf auf den Col des Montets ging.

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Der Montets war nicht steil, prima zu fahren und langsam schiebt sich das Mont Blanc Massiv ins Bild. Genialer Ausblick, das motiviert, wir wollen mehr vom Berg sehen und sind ruck-zuck auf der Passhöhe.

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Passfoto machen und Abfahrt Richtung Charmonix.

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Der Mont Blanc und die Gletscher sind jetzt schön zu sehen, schon beeindruckend. Wir rasten in Charmonix und suchen uns in der Fußgängerzone ein Lokal um zu essen. Ich hab’ Lust auf Fleisch :D
Es gibt Steak mit Pommes und Salat, dazu einen halben Liter eiskalte Cola. Man ist das geil! Wir freuen uns, genießen und plaudern über den heutigen Tag und den weiteren Tourenverlauf.

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Während wir so essen und plaudern schleicht sich langsam einer an, ein richtig Schöner sogar. Nachdem er ein paar Runden mit dem herzerweichendsten Hundeblick den man sich vorstellen kann um unseren Tisch gedreht hatte, platzierte er sich direkt neben uns und legte beim Betteln sogar noch eins drauf. Nix da Junge, ich hab’ zu großen Hunger als dass ich dir jetzt was abgeben könnte :D

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Nachdem er merkte das es bei uns nichts zu holen gab, war die Freundschaft offensichtlich beendet und er zog weiter und versuchte sein Glück beim Nachbartisch.
So gestärkt rollten wir dann weiter das Tal herunter. Nachdem die Straße auf der wir fuhren in eine für Veloisten gesperrte Kraftfahrtstraße überging, mussten wir uns kurz orientieren, einen neuen Weg suchen und sind dann auf eine, durch kleine Dörfchen führende Nebenstraße gekommen.

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Da war ein Supermarkt! Anhalten, Getränke und Süßkram für den Abend kaufen und weiter. Die Karte und das Navigationsprogramm im Handy zeigte an, dass jetzt wohl noch mal ein ganzes Stück bergauf gehen würde. Es war mittlerweile nach 1700. Wir wollten eigentlich heute weiterkommen, aber wir beschlossen, dass es reicht. In dem kleinen Ort Namens Les Houches haben wir unser Zelt dann auf einen Campingplatz gestellt, haben uns und ein paar Klamotten mit eisig kaltem Wasser durchgewaschen, gingen in Les Houches noch 'was essen und sind nach einem Plausch mit einer Gruppe englischer Wanderer, die ihre Zelte neben unseres gestellt haben mit Blick auf den Mount Blanc eingeschlafen.

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Daten vom Dritten Tag: Von Sion (CH) bis Les Houches (F), Km: 85, Hm: ca. 1630.

Stalko
13.07.2010, 21:12
Wer heute die Tour de France verfolgt hat, der wird Gemeinsamkeiten mit unserer vierten Etappe entdecken :quaeldich

Tag 4: Donnerstag der 01.07. Reißverschluss auf, Kopf aus dem Zelt und Blick auf den von der Sonne angestrahlten Mont Blanc, genial!

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Also auf, Morgentoilette, einschmieren, Kleinigkeit essen und ab.
Im Zusammenpacken sind meine Freundin und ich inzwischen schon ein eingespieltes Team, Liegematten und Kissen einrollen, Schlafsack in seine Hülle, Zelt abbauen, Klamotten im Rucksack und Campingkram in den Packtaschen verstauen, Zelt auf den Gepäckträger schnallen und los geht’s. Wir Klettern von Les Houches auf ein paar Serpentinen auf einer sehr schlecht asphaltierten Nebenstraße durch einen Wald bis nach Vaudagne, von dort geht es bergab. Wir kreuzen die Kraftfahrtstraße unten im Tal und rollen weiter nach Servoz. Von Servoz führt uns ein schön zu fahrendes, welliges und kurvenreiches Sträßchen, das uns richtig Spaß gemacht hat, bis oberhalb von Passy. Wir fahren nach Chedde ab und halten in einer Bäckerei. Ich habe mich schon so auf einen Kaffee gefreut aber leider gibt es keinen.
Na ja, jeder zwei Schokohörnchen und weiter nach Le Fayet. Von dort klettern wir über Saint-Gervais-les-Bains auf den Col de Megève. Die Straße ist etwas stärker befahren und steigt stetig aber nicht sehr steil und kann weite Teile mit dem großen Kettenblatt bewältigt werden. Oben angekommen rollen wir nach Megève. Anhalten am nächsten Supermarkt, zweites kleines Frühstuck in Form von Duplo, Trinkjoghurt, Joghurt und Bananen einnehmen und weiter. Vom Col führt uns eine rasante, lange Abfahrt in einem immer enger werdenden Tal nach Ugine. Wir haben auf der Abfahrt einiges an Höhenmetern eingebüßt und richtig Spaß gehabt.
Ab Ugine geht es auf einem gut ausgebauten und leicht fallenden Radweg bis nach Albertville.

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In Albertville gehen wir erst mal durch die Fußgängerzone, wir schauen uns das Olympiamuseum an (Albertville war Austragungsort der olympischen Winterspiele 1992), fahren eine Runde Schlitten *g* und Essen bei 38°C im Schatten zu Mittag. Jetzt noch mal ordentlich Energie tanken, gleich geht’s wieder hoch!

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Von Albertville machen wir uns auf in Richtung Tours-en-Savoie. Die Straße ist flach und führt immer entlang der Isère bis nach Faissons. Wir sind satt, gut drauf und kommen schnell voran.

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Dann geht es rechts ab Richtung Col de la Madeleine.

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Die wenig befahrene Straße schlängelt sich zunächst mit ein paar Serpentinen durch einen Wald nach oben. Später wird die Straße recht schmal und hat kaum noch Serpentinen. Hier und da wird gebaut und der Asphalt ausgebessert (wohl auf Grund der Tour de France, die den Madeleine heute befahren hat).

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Wir machen ein Päuschen in Celliers und nehmen dann die letzten Kilometer bis zum Gipfel unter die Räder.

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Oben angekommen gibt’s Passfotos und wir ziehen uns die Jacken an und machen uns auf die etwa 20km lange, sehr kurvenreiche Abfahrt nach La Chambre.

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In La Chambre kaufen wir im Supermarkt noch Getränke, Obst und Süßigkeiten für den Abend und kommen noch mit dem netten Verkäufer ins Gespräch (jedenfalls soweit es unsere begrenzten Französischkenntnisse zulassen :D).
Er empfiehlt uns für die Nacht einen Campingplatz in Saint Rémy de Maurienne. Hmm, bis zum Campingplatz in Saint-Rémy geht es ca. 6km in die für uns falsche Richtung?! Egal, wir machen uns auf den Weg zum Campingplatz. Der nette Kaufmann hatte nicht gelogen, der Platz lag schön an einem See, war sauber und hatte ein Restaurant. Also Zelt aufbauen, duschen, essengehen, gute Nacht!

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Daten vom vierten Tag: von Les Houches (F) bis nach Saint Rémy de Maurienne (F), Km: 146, Hm: ca. 2560.

mithrandir
13.07.2010, 21:26
Höhenmeter, schöne Ausblicke und immer wieder Essen und Trinken... http://www.smiles.kolobok.us/big_standart/ok.gif

mani
14.07.2010, 05:59
jo ist echt hübsch, möchte ich auch sofort machen :) Aber die Ernährung, die ist ja mal cool :D :cool:

Maex
14.07.2010, 08:25
genau so ist die ernährung richtig. alles andere is eh net gesund.:daumen:

super tour macht lust es nachzumachen. bitte weiter so ausführlich berichten.

Stalko
15.07.2010, 11:04
Gestern hatte ich leider keine Zeit und bin nicht zum Tippen gekommen, deswegen erst Heute der 5. Tag.

Tag 5: Freitag der 02.07. Wir wachen auf dem Campingplatz in Saint Rémy auf, packen unseren Krempel zusammen, knabbern eine Kleinigkeit und machen uns auf den Weg. Wir fahren entlang der Maurienne, wieder durch La Chambre, an Saint Jean de Maurienne vorbei, bis nach Saint Michel de Maurienne. Eigentlich hatten wir vor, die erste Bäckerei anzufahren und dort zu Frühstücken. Doch leider haben wir bis Saint Michel nichts entsprechendes gefunden. Bis nach Saint Michel gefällt uns die Strecke überhaupt nicht, das Mauriennetal ist überwiegend von (Metall-) Industrie geprägt und wir sind weite Teile der Strecke auf einer stark befahrenen Straße, die entlang von Bahngleisen durch das Tal verläuft, unterwegs. Es fährt sich zäh, wir haben Gegenwind, der Magen ist leer und die Stimmung ist entsprechend der Umgebung monoton und gedrückt. Hier wollen wir schnell durch!

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In Saint Michel angekommen finden wir endlich eine schöne kleine Bäckerei mit tollen Sachen. Verena ordert ein reich belegtes Sandwich und ich futtere zwei süße Teilchen. Das Frühstück kam zwar spät, war dann aber gut. Nur leider wieder kein Kaffee :( Wir setzten uns gegenüber der Bäckerei auf ein Mäuerchen und vertilgen die Backwaren. Ein paar Meter weiter ist ein älteres kleines Hotel mit Bar. Im Eingangsbereich stehen ein paar Herren im besten Alter, wohl vor ihrem Frühstück: Bier, Wein und Schnaps :daumen: Der Wirt ist sehr nett und lustig, er macht uns einen Espresso, und erzählt irgendetwas von Armstrong, Ullrich und Galiber.
Der Espresso tat gut! Der kleine Mann füllt uns noch die Trinkflaschen auf und wünsch uns eine gute Fahrt.
Ein paar Meter weiter beginnt dann auch schon der Anstieg zum Col du Télégraphe.

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Der Berg ist Anfangs etwas steiler, dann aber gut zu fahren. Das Thermometer zeigt schon jetzt weit über 30°C.
Wir kommen auf dem Télégraphe (1566m.ü.n.N) an, machen Bilder und fahren ca. 4-5km ab nach Valloire (ca. 1400m.ü.n.N.).

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In Valloire gibt es erst mal Mittag. Tagesmenü für 13,90€: Großer Salat und Tagliatelle Bolognese avec trois boules de glace. Genau das Richtige! Dazu eine große Cola.

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Wir schmausen und freuen uns auf den Galibier. Von Valloire sind es noch gut 17km bis zum Gipfel, die ersten km ziehen sich nicht sehr steil in einem Tal aufwärts, ab Kilometer 8 vor dem Gipfel beginnt es dann mit etwas steileren Serpentinen.

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Die letzten 2 km fordern dem Gipfelstürmer dann noch etwas mehr Kraft ab. Macht aber nichts, die Passhöhe ist schon in Sicht und die Motivation ist groß.

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Jawohl, geschafft. Auf dem Galibier (2645m.ü.n.N.) gibt es wieder Fotos, eine Kleinigkeit zu essen und dann Jacken drüber. Der Himmel ist mittlerweile bewölkt und man hört schon ein herannahendes Gewitter.

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Wir fahren vom Col du Galibier ab auf den ca. 7km entfernten Col du Lautaret (2057m.ü.n.N). So leicht bin ich noch nie zu einem Passfoto gekommen! Am Lautaret gibt es einen Milchkaffee und während wir diesen trinken fängt es an zu tröpfeln, also schnell Regenüberzug über den Rucksack und weiter auf der Abfahrt.

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Kurz hinter dem Lautaret erwischt es uns dann: Ein ordentlicher Gewitterregen, der aber nach 500m schon wieder aufhört, wir sind durch den Fahrtwind nach ein paar Minuten wieder trocken geföhnt.
Wir fahren auf der zunächst ordentlich fallenden, dann aber immer flacher werdenden Abfahrt nach Briancon. Wir halten in Briancon in einem Supermarkt an, kaufen die üblichen Kleinigkeiten für den Abend und machen uns auf die Suche nach einem Zeltplatz. In Briancon ist dann ein Campingplatz ausgewiesen, den wir ansteuern. Von dort geht es wieder gut 5km hoch zu dem Platz. Verena ist müde, demotivert und tut sich auf diesem letzten steilen Stück recht schwer. Wir wollten eigentlich auf dem Platz zu Abend essen, doch nachdem ich einen kurzen Blick in die Küche werfen konnte, jede Menge Konserven entdeckt habe und dann noch erzählt bekam dass das Essen 32€ kosten solle, haben wir darauf verzichtet. Aber unten in Briancon war ein McDonalds. Na gut, dann essen wir heute Abend also mal schottisch :D
Verena hat keine Lust noch ein Mal runter und wieder hoch zu fahren und so mache ich meinen Rucksack leer, fahre zurück nach Briancon, hole Essen bei McD. und fahre wieder zurück zum Platz. Verena hat in der Zeit das Zelt aufgebaut. Wir essen die von mir geholten Köstlichkeiten, plaudern noch ein bisschen und begeben uns dann in die Waagerechte.

Daten vom Fünften Tag: Von Saint Rémy de Maurienne (F) bis nach Briancon (F), Km: 104, Hm: ca. 2700.

mithrandir
15.07.2010, 11:35
Hab' schon drauf gewartet. http://www.smiles.kolobok.us/big_standart/smile.gif
Der Galibier ist schon ein geiles Teil... auch mit dem Auto. http://www.smiles.kolobok.us/big_standart/blush.gif

Maex
15.07.2010, 13:50
:daumen::daumen::daumen::daumen::daumen::daumen: weiter so

Stalko
16.07.2010, 13:07
Tag 6: Samstag der 03.07. Beim Zelt abbauen, komme ich kurz mit einem australischen Pärchen ins Gespräch die ihr Zelt neben unserem aufgebaut haben.
Die beiden haben ihre Räder mit dem Flugzeug hergebracht, sich in Italien einen Mietwagen genommen und pilgern jetzt zum Pässefahren durch die Alpen. Er leiht mir seine Standpumpe, ich mache kurz Fahrradservice und dann packen wir unseren Krämpel zusammen und fahren vom Campingplatz ab nach Briancon. Um nicht lange suchen zu müssen wollten wir gleich bei McDonalds frühstücken. Daraus wird nichts: Der schottische Gourmettempel hat noch zu. Gegenüber ist eine Tankstelle, also hin! Die Tanke hat einen Kaffeeautomaten, wir kaufen Sandwich und Kuchen aus der Packung und bemühen den ein paar Mal den Automaten, der uns richtig leckeren Kaffee kocht! So gestärkt fahren wir Richtung Innenstadt Briancon, übrigens eine sehr schönes mittelalterliches Städchen und nach Davos die zweithöchste Stadt Europas.

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Im Hintergrund sieht man den steilen Anstieg in Briancion der bei der Tour oft als letzte Kraftprobe vor dem Zielsprint herhalten muss.

Schon in Briancon beginnt der Anstieg unseres nächsten Passes.

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Der Aufstieg zum Col d’Izoard ist gut zu bewältigen, ich fühle mich super und wir kommen schnell voran. Ist man erst mal aus Briancon raus, fährt man durch Weidelandschaften, ein paar kleine Örtchen und später durch leicht bewaldetes Gelände.

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Hier hab' ich mal 'ne Serpentiene ausgelassen und den direkten Weg gewählt.

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Oberhalb der Baumgrenze fährt man dann durch recht schroffe und sandige Fellsformationen, satte Weidelandschaften wie wir sie in der Schweiz gesehen haben gibt es hier kaum noch, man merkt langsam deutlich das man schon sehr weit in den Süden vorgedrungen ist.

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Vorbei am schönen Refugio Napoleon und weiter dem Himmel entgegen, der l'Izoard gefällt mir und ich bin super drauf. Gleich sind wir oben!

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Das Gipfeltürmchen ist bald zu sehen. Mit breitem Grinsen oben (2360m.ü.n.N.) angekommen machen wir Fotos, ziehen die Windwesten drüber und machen uns auf die Abfahrt.

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Genialer Ausblick!
Hier am Südhang sind die kargen, sandigen Fellslandschaften noch viel vorherrschender.

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Dann Stop und das obligatorische Foto am Gedenkstein der beiden Tour Ikonen Fausto Coppi und Louison Bobet.

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Nur ein paar Meter weiter heißt es dann wieder Stop. Vor uns stehen ein paar Autos, Motorräder und Fahrradfaher auf der Straße, nichts geht mehr?!
Schnell erkennen wir den Grund: Murengang! Auf der Straße liegen mehrere dicke Wacker und eine zentimeterdicke Schlammschicht. Bagger und Räumgerät sind schon im Einsatz und versuchen die Straße schnellstmöglich wieder befahrbar zu machen. Für die PKWs ist hier aber bis auf Weiteres kein Durchkommen, bis die Straße wieder frei ist wird es wohl noch eine Weile dauern. Die Rad- und Motorradfahren können das verdreckte Stück schiebend passieren, also schlängeln wir uns durch die Steine und sauen uns mal ordentlich die Radschuhe ein :D

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Das Denkmal wäre fast mit umgerissen worden, Glück gehabt!

Stalko
16.07.2010, 13:08
Wir fahren weiter vom l'Izoar ab und biegen rechts in ein Tal Richtung Guillestre. Hier wird die Straße über den Col nun auch als geschlossen ausgewiesen.
Die Straße nach Gulliestre ist leicht fallend, wir bekommen Anschluss an eine Gruppe Rennradler und fahren ein paar Kilometer in der Gruppe mit, bis wir kurz vor Gulliestre noch einmal zum Fotografieren anhalten.

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Von der Mittagshitze ausgelaugt kommen wir in Guillestre an und wollen erst mal essen. Wir haben Kohldampf und finden schnell eine Lokal das uns gut gefällt. "Menü Sportif": Smoothie, Spaghetti Carbonara und hinterher Eis.

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Nach dem guten Essen und dem Auffüllen unserer Trinkflachen schwingen wir uns wieder auf die Räder. Die erste halbe Stunde nach dem Essen ist wie immer ein bisschen zäh, aber dann läuft das Motörchen wieder rund.
Ok, also jetzt noch ein ausgewachsener Col hinterher. Kurz nach Guillestre beginnt auch schon der Anstieg zum Col de Vars.

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Die Straße hat anfangs ordentlich Steigung und wir machen, in der prallen Mittagssonne, auf den ersten Kilometern schon eine Menge Höhenmeter.
Weiter oben flacht die Steigung etwas ab und wird leichter fahrbar.
Hier treten wir noch mal ordentlich rein, kommen gut voran und machen nicht viele Bilder.
In Vars, einem typischen französischen Skiort der uns nicht sonderlich gefällt, angekommen halten wir an und machen eine Pause.
Heute ist ja Samstag und es ist gleich 1700. Wir haben keine Ahnung wann samstags in Frankreich die Läden schließen und finden einen offenen Supermarkt. Verena kauft Getränke und Süßigkeiten für den Abend ein.
Wir wollten eigentlich noch ein Eis lecken, dass gibt es im Supermarkt aber nur in Sechserpackungen, hmm :(
Gegenüber ist ein Restaurant, Verena schaut nach und findet eine Eistruhe. Im TV läuft grad' das Fußballspiel Deutschland ./. Argentinien. Wir lecken unser Eis und schauen bei dem freundlichen Wirt noch den Rest der ersten Halbzeit des Spiels an, dann machen wir uns weiter zum Gipfel des Col de Vars, der noch ein paar Kilometer bzw. Höhenmeter entfernt liegt.

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Oh man, mit dem Eis vor dem Frenseher saß es sich so schön, und jetzt muss ich auch noch unseren Einkauf über den Berg schleppen :rolleyes: Ich bekomme natürlich die zwei 1,5L Getränkeflaschen in den Rucksack, während die Dame sich mit einem kleinen Tütchen Gummibärchen beschwert :-D

Oben auf dem Vars auf 2109m.ü.n.N machen wir ein Foto, ziehen uns an und fahren ab. Wir rollen in einem kleinen Örtchen kurz vor Jausiers an einem Campingplatz vorbei und beschließen hier zu bleiben. Der Himmel ist zwar stark bewölkt, es grollt ab und an, aber bis auf ein paar tröpfchen bleibt uns Petrus gewogen. Wir stellen das Zelt auf, duschen, essen Pasta im Restaurant am Campingplatz und kuscheln uns in unsere Schlafsäcke.

Daten vom Sechsten Tag: von Briancon (F) nach Jausiers (F), Km: 95, Hm: ca. 2440

Anna90
16.07.2010, 16:42
Wow, tolle Bilder! Hat zwar ewig gedauert, bis die Seite vollständig geladen war, aber das Warten hat sich gelohnt :)
Hört sich nach einer Super-Tour an. Ich plane auch gerade eine Biketour, allerdings nicht ganz in dem Ausmaß. Vielleicht such ich mir aber einen Teil der Strecke aus, die Bilder faszinieren mich einfach. Danke für den Bericht!

Baelko
21.07.2010, 08:16
Ich sehe die Bilder nicht....habe IE7.0....

Stalko
23.07.2010, 19:46
Nachdem ich nun einige Zeit nicht zum schrieben gekommen bin, mir es aber als unter den Nägeln gebrannt hat hier weiter zu berichten, nun endlich der Bericht vom Siebten Tag:

Tag 7: Sonntag der 04.07. Auf den heutigen Tag habe ich mich schon lange gefreut, ganz hoch und wieder ganz runter, yeah!
Wir wachen auf dem Campingplatz in Jausiers auf, packen gut gelaunt unseren Krempel zusammen und gehen erst Mal frühstücken. Ein Croissant, Baguette, Marmelade und bitterer, nicht besonders warmer, Kaffee. Das Essen war nicht gut, aber wenigstens reichlich. Wir unterhalten uns ein wenig mit dem Platzwart und schauen beim Essen noch die Zusammenfassung des Prologs der Tour de France.
In der Nacht hat es ein wenig abgekühlt und so fahren wir mit Weste und Armlingen los in Richtung Jausiers.
In Jausiers beginnt dann auch schon der Anstieg zum Col de la Bonette, über den die höchste Passstraße Europas führt und unser heutiges Tagesziel (Nizza) ist auch schon ausgewiesen.
Wir fahren ein paar Meter, halten an und entledigen uns der Westen und Armlinge gleich wieder, schmieren Sonnencreme und machen uns weiter auf der „Plus haute route d´Europe“.

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Abstellplatz am Rande der Straße, hier hat einer aber ganz wörtlich übersetzt :Applaus: :D

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Der Anstieg zum Bonette ist gut zu fahren und nicht besonders steil. Fast gar kein Verkehr und das an einem Sonntag, schön!
Anfangs fährt man noch durch grüne Landschaften und ab der Baumgrenze kommt man durch eher karges Land und Geröllfelder. Wir kommen gut voran und machen nicht viele Bilder.

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Kurz vor dem Gipfel wir die Straße noch etwas steiler. Hier überholt mich ein junger Holländer mit dem ich mir noch ein kleines Rennen auf den Gipfel des Restefond liefere. Knapp 20m vor der Höhe musste ich abreißen lassen, aber er ist ja auch nicht mit 56472896Tonnen Gepäck unterwegs! Wir reden kurz und ich warte auf Verena die kurz danach zu uns stößt. Gipfelfoto am Col de Restefond (2715m.ü.n.N). Von hier sind es nur noch ein paar Höhenmeter auf den Cime de la Bonette, der auf 2802m.ü.n.N liegt.

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Der Antieg zum eigentlichen Bonettegipfel ist noch mal knackig, fährt sich aber, aufgrund der großen Motivation, wie von selbst.

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Oben am Bonette sind wir dann von Motorrad und anderen Fahrradfahrern umgeben, also brav anstellen für das Gipfelfoto. Wir fotografieren, genießen den genialen Ausblick und kommen mit anderen Radfahrern ins Gespräch.

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Dann ziehen wir uns die Westen über und machen uns auf die Abfahrt, nächstes Ziel: Das große Wasser :Bluesbrot

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Vom Bonette geht es über 100km nur Bergab, genial :Applaus:
Nach einigen Serpentienen geht es auf einer schmalen Straße erst Mal bis nach Saint Etienne de Tinée, hier essen wir zu Mittag und werden beim Essen noch von einem Schauer überrascht. Regenklamotten an und weiter auf der Abfahrt. Es hört schon bald wieder auf zu regnen und so ziehen wir Regenjacke, Helmüberzug und Überschuhe in Isola wieder aus.

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Weiter geht es entlang der Tinée Richtung Meer. Die Straße geht zwar Bergab, aber irgendwann bläßt uns ein solcher Wind entgegen, dass wir richtig ackern müssen um weiter zu kommen.

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Stalko
23.07.2010, 19:47
In Carros halten wir noch ein Mal an, essen ein Eis, trinken Cola und nehmen die letzten Kilometer bis zur Küste in Angriff.
Das letzte Stück zieht sich ewig und das Wasser ist noch immer nicht zu sehen :rolleyes: :(
Wir sind ziemlich alle und kämpfen uns gegen den Wind nach Saint Laurent du Var. Erst hier, ca. 300m vom Strand entfernt sehen wir das Meer.
Also erst Mal direkt zum Strand, Räder abstellen und ins Wasser. Zzzzzziiiiisch, Abkühlung, geschafft, geniales Gefühl!!!! :Bluesbrot :Applaus:

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Wir verschnaufen ein paar Minuten am Strand in Saint Laurent du Var und machen uns dann, am Flughafen Nice Côte d’Azur vorbei, auf den Weg Richtung Nizza.

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Dort angekommen gehen wir auf die Suche nach einer Jugendherberge und finden, nach einigen Kilometern kreuz und quer durch Nizza, schließlich auch eine solche, die aber bis auf den letzten Platz belegt ist. Mist! Ok, also Hotel. Wir haben keine Lust mehr lange zu suchen und stoßen auch recht bald, nahe der Altstadt und etwa 10 Gehminuten vom Strand entfernt, auf ein nettes aber nicht zu teures Hotel und buchen die Übernachtung mit Frühstück im Doppelzimmer (92€). Nachdem wir unser Gepäck und auch die Räder, die wir freundlicherweise bei uns behalten durften, auf das gemietete Zimmer geschafft haben, duschen wir ausgiebig, waschen ein paar Radklamotten durch und machen uns auf den Weg in die Altstadt / Fußgängerzone von Nizza. Es ist etwa 2130 als wir unser Abendessen bestellen. Wir essen auf, bummeln ein wenig durch die Fußgängerzone, lecken ein Eis und gehen noch Mal zum Strand.

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Da wir nun satt und müde sind machen wir uns aber bald wieder auf den Weg zum Hotel und hauen uns auf die Matratzen. Mal wieder ein richtiges Bett, auch nicht schlecht!
Draußen ist es noch immer ordentlich warm und sehr schwül, doch das Zimmer hat eine Klimaanlage und so schlafen wir gut. Genialer Tag!

Daten vom Siebten Tag: Von Jausiers (F) nach Nizza (F), Km: 157, Hm: ca. 1890.

mithrandir
23.07.2010, 21:09
Oh man... ich merk' grad ich brauche Urlaub!

mani
24.07.2010, 09:52
mah he, jeden Tag frist mich der Neid wenn ich da rein sehe :daumen: also brav weitermachen, scheint ja echt ne tolle Reise gewesen zu sein ;)

Stalko
06.08.2010, 09:51
Sorry für die längere Sendepause. Da ich ein paar Computerprobleme hatte, bin ich die letzten Tage nur mit dem Telefon ins Netz gekommen. Jetzt geht 's aber weiter!

Stalko
06.08.2010, 09:52
Tag 8: Montag der 05.07. Wir stehen gegen 8 Uhr im Hotel auf und packen zunächst unsere Rucksäcke und Packtaschen soweit zusammen, dass wir nach dem Frühstück direkt losfahren können. Danach gehen wir im Hotel frühstücken. Im Frühstücksraum haben wir kostenloses WLAN und so googlen wir mit dem Handy noch ein wenig nach einer Übernachtungsmöglichkeit in unserem heutigen Tagesziel: Ventimiglia in Italien.
Nach dem Frühstück schaffen wir unsere Räder und das Gepäck aus dem Zimmer und checken aus. Es geht durch die Altstadt von Nizza und direkt zum Strand.

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Am Strand angekommen schauen wir uns ein wenig um und suchen uns ein Plätzen an dem wir unsere Räder abstellen und dabei möglichst nah am Wasser liegen können. Wir haben schnell etwas passendes entdeckt und so heißt es gleich: Ab in die Badehose und rein ins (gar nicht) kühle Nass!
Der Fußboden am Strand der Cote d’Azur ist übrigens eine Katastrophe: Fast ausschließlich grober Kies und dicke Steine. Beim Drüberlaufen bereitet einem dieser Belag erhebliche Schmerzen und das Steingut heizt sich in der Sonne ordentlich auf und bruzzelt einem die Sohlen an. Ohne Schuhe kaum zu ertragen, aua!

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Nachdem wir uns also ca. zwei Stunden gesonnt und gebadet haben, verlassen wir den Strand, schwingen uns auf die Räder und brechen auf, entlang der Küstenstraße in Richtung Osten. Wir wollen uns Zeit lassen und ganz gemütlich bis nach Italien rüber rollen und so fahren wir zunächst in unseren Alltagsklamotten los.

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Es geht am Hafen und dem östlichen Teil von Nizza vorbei über Villefranche sur Mer, Beaulieu sur Mer, Eze Bord de Mer und Cap d’Ail bis nach Monaco.
Die Küstenstraße führt uns über weite Strecken direkt am Strand und auf der anderen Seite an steilen Felswänden vorbei.

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In Monte Carlo schauen wir uns ein wenig um, halten aber nur kurz an, da man außer vielen Tunnels (u.a. der F1 Rennstrecke), Hotelburgen, Luxusyachten und teuren Autos nicht wirklich etwas außergewöhnliches sieht, also weiter!

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Fast ohne es zu bemerken sind wir dann wieder in Frankreich. Die Sonne brennt und es ist schwül. Dies und ein paar Anstiege führen dazu, dass wir in unseren Alltagsklamotten mittlerweile ordentlich schwitzen, außerdem brennen die Füße. Klickpedale und leichte Freizeitschuhe mit dünner Sohle passen auf Dauer nicht sehr gut zusammen!
In Menton angekommen halten wir kurz an, essen ein paar Kekse und Riegel und ziehen uns Radtrikots und –schuhe an. So fährt es sich schon wesentlich angenehmer.
Kurz hinter Menton kommt dann auch schon die französich-italienische Grenze.

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Nachdem die Grenze passiert ist, fahren wir noch ein paar Kilometer und kommen schließlich in Ventimiglia an. Hmm, die auf einem Hügel gelegene Altstadt (Ventimiglia Alta) sieht irgendwie nicht sehr einladend aus. Es ist nicht wirklich sauber und macht einen etwas runtergekommen Eindruck.

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Es ist mittlerweile schon nach 1500 und wir haben Hunger, also ab ins nächste Ristorante und eine Portion Nudeln bestellen.
Nach dem Essen machen wir uns auf die Suche nach dem „gegoogleten“ Campingplatz, den wir schließlich nach einer längeren Suche auch finden. Von außen ist das Areal komplett mit Blechen und Holz verkleidet und es ist kein Blick auf den Platz zu erhaschen. Das Gebiet, in dem der Platz liegt, läd allerdings nicht wirklich zum Verweilen ein: Ein paar kleinere Handwerksbetriebe, eine Autowerkstadt, ein Tierheim, Bahngleise und stark befahrene Straße gleich nebenan. Ich gehe auf den Platz, frage nach dem Preis und bin angenehm überrascht wie schön und gepflegt das Gelände doch ist, aber Verena ist skeptisch und so beschließen wir noch einmal in einen Ort vor Ventimiglia zurück zu fahren, in dem wir auch einen Campingplatz entdeckt haben. Dort angekommen schauen wir uns diesen Platz und auch den Strand an: Der Strand ist eine große Baustelle und die Zeltplätze bestehen aus ein paar sandigen, mit Steinen übersäten Terrassen. Auch die Sanitäranlagen schauen grauenhaft aus! Hier bleiben wir auf keinen Fall, dann lieber irgendwo auf die Wiese legen oder Hotel.
Ich überzeuge Verena schließlich doch auf dem Campingplatz in Ventimiglia zu übernachten, also geht es wieder zurück nach Ventimiglia!
Wir sind mittlerweile etwas genervt von dem hin und her und obendrein gerät mir auf der Rückfahrt noch eine Biene in mein Trikot und sticht mich in den Hals. Grrr…kwj4dhgfms7dnv….:mad::mad::mad: ich hab jetzt wirklich keinen Bock mehr noch länger zu suchen und so mieten wir uns einen Zeltplatz am Campingplatz „Roma“ in Ventimiglia. Der Platz ist entgegen unserer Befürchtung sehr schön und gepflegt, wirklich sehr zu empfehlen. Noch dazu kommt die Dame am Empfang aus Deutschland und ist sehr nett. Wir stellen unser Zelt auf, und machen uns gleich auf den Weg in die Stadt um ein paar Kleinigkeiten einzukaufen und um noch mal am Strand vorbei zu schauen. Wir finden in der Nähe einen kleinen Supermarkt, kaufen Getränke und auch eine Flasche Wein für den Abend. Dann gehen wir noch mal zum Strand, der in Ventimiglia recht schön, groß und sauber ist und hüpfen kurz ins Mittelmeer.

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Auf dem Rückweg gibt ’s noch Abendessen beim nahe gelegenen McDonalds und dann machen wir uns auf dem direkten Weg zurück zum Zeltplatz.
Wieder am Campingplatz angekommen lassen wir den Abend mit der Flasche Wein und einer Dose Chips ausklingen, schauen noch ein paar Fotos an und freuen uns auf den nächsten Tag. Gute Nacht!

Daten vom Achten Tag: Von Nizza (F) nach Ventimiglia (I), Km: 61, Hm: ca. 700

mithrandir
06.08.2010, 10:33
Ich will Sonne, ich will Wärme, ich will Meer!!!!!! http://www.smiles.kolobok.us/artists/phil/phil_39.gif

Stalko
06.08.2010, 10:55
Tag 9: Dienstag der 06.07. Für heute haben wir mal keinen Wecker gestellt, der Tag ist zum verbummeln vorgesehen. :Bluesbrot
Wir kriechen gegen 0830 aus dem Zelt, sind aber nicht wirklich erholt. Die Nacht war heiß (ca. 30°C), schwül und im Zelt war es dementsprechend stickig. Wir haben sehr lange gebraucht bis wir eingeschlafen sind.
Noch dazu brannte direkt hinter unserem Zelt eine Laterne und Straße wie Bahngleise waren auch direkt nebenan. Naja, nachdem wir uns frisch gemacht haben machen wir uns auf den Weg zum Bahnhof von Ventimiglia. Wir haben beschlossen am heutigen Tag auszuspannen und dafür am nächsten Tag gleich frühs ein Stück mit dem Zug zu fahren, denn die Ebene von der Mittelmeerküste über Mailand bis zurück in die Alpen hat viele landwirtschaftlich genutzte Flächen und mit Mailand und Umgebung ein großes Ballungszentrum mit viel Industrie. Uninteressant hier mit dem Fahrrad durchzufahren. Wir kaufen für 44€ (zwei Personen con Biciclette) Fahrkarten für den Regionalzug von Ventimiglia über Genua und Mailand bis nach Lecco am Comer See.
Nach dem Fahrkartenkauf frühstücken wir in einem Kaffee am Bahnhof und laufen danach die 500m bis zum Strand.
Über die nächsten Stunden gibt es dann auch nicht viel zu berichten: Wir baden und sonnen uns am Strand.
Trotz Sonnencreme holen wir uns heute unseren ersten Sonnenbrand. Gegen 1600 machen wir uns dann wieder los, essen noch einen Eisbecher, kaufen Getränke für den Abend (diesmal gibt es Dosenbier statt Wein) und gehen zurück zum Campingplatz, wo wir uns noch ein wenig auf unseren Schlafmatten vor dem Zelt ins Gras legen und ca. 1 Stunde dösen.

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Nach dem Nickerchen gibt es für jeden eine Pizza und ein Bierchen im Campingplatzrestaurant und ab geht es Richtung Zelt und ins „Bett“, denn der Zug den wir nehmen wollen geht morgen schon um 0500, d.h. spätestens um 4 aufstehen und alles verpacken.

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Die Nacht war wieder grauenhaft: heiß, laut, schwül und schwitzig. Ich habe kaum geschlafen. :heulend:

Daten vom Neunten Tag: In Ventimiglia, Km und Hm mit dem Rad: 0 http://forum.tour-magazin.de/images/smilies/biggrin_real.gif

mani
06.08.2010, 11:29
:love:schön, will auch :)

Stalko
08.08.2010, 17:50
Tag 10: Mittwoch der 07.07. Um 0400 klingelt der Wecker. Oh man, ständig von einer Seite auf die andere gedreht, geschwitzt und kaum geschlafen. Verena hatte es besser, Sie hat die Gabe immer und überall schnell einschlafen zu können, die mir nicht gegeben ist. Wir quälen uns also aus dem Zelt und beginnen gleich mit dem Abbau desselbigen. Wir packen unsere Rucksäcke und Radtaschen, verstauen alles und machen uns abmarschbereit.

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Wir schieben die Drahtesel zum Campingplatztor, für das wir von der Platzwärtin einen Schlüssel bekommen haben, den wir nach Gebrauch im Briefkasten deponieren und wollen grade auf unsere Räder steigen, als Verena bemerkt das sie am Hinterrad einen Platten hat. Wie kann das denn sein, gestern Abend habe ich noch kontrolliert und da war alles OK?! Naja, also schieben. Es ist ca. 0440 als wir uns schnellen Schrittes zum Bahnhof in Ventimiglia begeben. Es ist der erste Zug der heute fährt und so steht er schon am Gleis als wir eintreffen. Räder abstellen, Platz suchen und schon geht’s los.
Die Zugfahrt geht entlang der Küste bis nach Genua und so haben wir einen schönen Blick auf den Sonnenaufgang über dem Wasser.

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Wir fahren etwas über 5 Stunden bis Mailand, in dennen wir meißt vor uns hin dösen. Zwischendurch behebe ich noch Verenas Panne und dann steigen wir in Mailand um, in einen Zug Richtung Comer See.
Die Fahrt von Mailand zum Comer See dauert noch einmal etwa 1,5 Stunden, die wir aufgrund des vollen Zuges im Fahrradabteil verbringen.
Am See angekommen essen wir erst mal zu Mittag und ziehen uns nach dem Schmaus auf der Toilette der Gaststätte unsere Radklamotten an. Das Essen war lecker und obwohl ich Italien nicht so mag, gefallen mir die Ortschaften hier schon viel besser.

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Nach dem Essen gibt es noch einen Cappuccino und dann heißt es wieder: Aufsitzen!

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Es geht ab unserer Mittagsrast in Colico noch ein Stück weiter am Comer See entlang über Chiavenna in Richtung Splügenpass, der uns wieder in die Schweiz bringen soll.
Von Colico sind es ca. 20km bis Chiavenna, dem Ort wo der Anstieg zum Splügen beginnt.

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Es ist recht heiß und weil ich in den vergangenen zwei Nächten fast nicht geschlafen habe, fühle ich mich heute ziemlich kraftlos. :quaeldich

Kurz bevor es hoch geht halten wir noch einmal an. Es gibt Cola, Bananen und ein Eis und dann machen wir uns auf den Weg vom etwa 310m hoch gelegenen Chiavenna durch das Valle San Giacomo auf den 2113m.ü.n.N. gelegenen Pass.
Die Straße ist zunächst nicht sehr steil, steigt aber stetig und so macht man schnell viele Höhenmeter.
Immer wieder kommen wir durch kleine Dörfchen, in denen wir an Brunnen und Quellen unseren Durst löschen und uns so bei den heißen Temperaturen Abkühlung verschaffen.
In Prestone fährt die Straße an einem kleinen See vorbei und dann geht es schließlich erheblich steiler bergauf. Nun häufen sich viele kleine Serpentinen und wir passieren mehrere Gallerien. Die Straße ist ziemlich knapp in die Wand gebaut und ein Blick über die Leitplanke verrät, dass es ziemlich steil nach unten geht.

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Hier bin ich kurzzeitig motiviert und kann noch mal reintreten, dieses Hoch ist aber auch nur von kurzer Dauer, bald schon ist die Müdigkeit zurück und ich schleppe mich wieder den Berg hinauf. Verena dagegen ist nichts anzumerken, sie fühlt sich nich schlecht und fährt weite Teile des Anstieges vor mir her.
Es ist schon etwa 1800 und so beschließen wir in Madesimo etwas zu essen und den üblichen Einkauf zu tätigen.
Auf der Karte hat man hier deutsches Weißbier. Die Flasche kostet zwar Sechs Euro, aber das ist jetzt genau dass Richtige :drinken2: Als das Bier nach langem Warten schließlich kommt, ist es warm und noch dazu wird mir ein falsches Glas gebracht. Na denn Prost :(:rolleyes::(

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Nach Madesimo ändert sich das Landschaftsbild. Nun sieht man viele unbewaldete Bergspitzen und der Stausee nahe des Örtchens Montespluga, über dessen Mauer die Straße führt ist auch schon in Sicht.
Es ist mittlerweile schon nach 1900, hier und da wird das Vieh gemolken und die Abendsonne strahlt durch die Bergspitzen.

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Wir fahren über die Staumauer, lassen Montespluga und den Stausee hinter uns und nehmen die letzten Höhenmeter bis zum Pass unter die Räder.
Verena saust die noch verbleibenden Meter auf unseren letzten Pass hinauf und auch ich schleppe mich langsam aber sicher bergan.
Man freue ich mich heute auf die (nicht mehr heiße) Nacht und meinen Schlafsack!

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Schließlich kommen wir auf dem Splügenpass, über den die italienisch-schweizerische Grenze führt, an.
Abendstimmung auf der Passhöhe, auch etwas schönes :)
Der Splügenpass hat mir, trotz des auf der Müdigkeit beruhenden Tiefs, sehr gut gefallen!

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Wir ziehen uns etwas über und machen uns auf die Abfahrt nach Splügen.

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Die Abfahrt macht uns dann noch richtig viel Spass. Hier, auf der schweizer Seite, schlängelt sich die Straße mit vielen kleinen, wie mit dem Zirkel gezogenen Serpentinen den Berg hinauf und wir lassen es mit einem breiten Grinsen im Gesicht ordentlich laufen. Genial, die Plackerei hier hoch hat sich gelohnt!

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Wir erreichen schließlich den Ort Splügen und machen uns auf die Suche nach einem geeigneten Zeltplatz, den wir schließlich, mit einer gemähten Wiese außerhalb der Ortschaft, auch finden.
Also Zelt aufbauen, am nahe gelegenen Bach waschen und ab in die Heia.

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Die Nacht ist mit deutlich unter 10°C erheblich kühler als die vorherige in Ventimiglia. Heute brauche auch ich nicht lange bis ich schlafe wie ein Baby. :daumen:

Daten vom Zehnten Tag: Von Ventimiglia (I) nach Splügen (CH). Km: , Hm: ca.

Stalko
08.08.2010, 20:00
Gegen 0645 klingelt der Wecker. Heute habe ich endlich mal wieder gut geschlafen, bin erholt und habe Lust auf’s Rad zu steigen. :Bluesbrot
Kurz nachdem wir aus dem Schlafsack gekrochen sind ,hört man vom Dorf her ein immer lauter werdendes Brummen. Es ist das Motorengeräusch eines kleinen Ladewagens der mit zugehörigem Landwirt von Splügen herauf kommt und fast genau unter unserem Zelt anhält. Wir haben schon damit gerechnet einen Anschiss für unser „Wildcamping“ zu bekommen, doch der Mann steigt aus seinem Gefährt, läd einen Balkenmäher ab und macht sich, ohne uns weiter zu beachten, daran die Wiese unterhalb des Weges zu mähen, also alles in Ordnung :Applaus:
Die Nacht war erheblich kühler als die vorherigen zwei und so ist die Wiese, unsere Räder und das Zelt vom Morgentau regelrecht nass.
Die Sonne lacht und es verspricht wieder ein schöner Tag zu werden, wir haben wirklich Glück mit dem Wetter :Bluesbrot

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Wir packen zusammen, beladen die Räder und rollen nach Splügen.
Kurz nach Splügen halten wir an, putzen Zähne und knabbern eine Kleinigkeit.

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Heute wollen wir wieder an den Bodensee zurück und so machen wir uns sogleich weiter auf dem Weg Richtung Thusis.
Die Sonne steht noch tief und im Schatten ist es kühl. Die Straße fällt fast ständig und es geht am Hinterrhein entlang, am Sufner See und anderen kleineren Gewässern vorbei, durch die beeindruckende Roflaschlucht und der "via mala" bis nach Thusis.

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In Thusis öffnet grade die Volksbank und so halten wir, da wir nur noch wenige Franken haben, kurz an und ich lasse mir ein paar Euro in Schweizer Franken wechseln. Ein paar Meter weiter kommt auch schon ein Bäcker. Wir haben noch nichts gefrühstückt und so kehren wir ein, essen Kuchen, trinken Kaffee, lassen uns unsere Trinkflaschen auffüllen und machen uns weiter auf der Abfahrt bis nach Tamins.
Im Rheintal bei Tamins angekommen geht es über Ems nach Chur, das wir durchqueren um dann schließlich über Landquart und Bad Ragaz wieder nach Sargans zu kommen.
Aha, hier waren wir doch schon mal, hier schließt sich also der Kreis :Bluesbrot: :) :drinken2:

Wir fahren von Sargans nun in nördliche Richtung, halten bei Buchs in einem Supermarkt für einen Mittagshappen (Eis, Obst, Cola, Joghurt und Schokolade) an und kommen über Altstätten schließlich wieder nach Au und so geht es über die Rheinbrücke zurück nach Lustenau in Österreich.

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Noch ein paar Kilometer und wir sind wieder in Hard, dem Ausgangspunkt unserer Tour. Komisches aber schönes Gefühl. Wirklich schon wieder hier? Die Tage vergingen dank der vielen schönen Eindrücke wie im Flug:eek:

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In Hard hole ich in einem Supermarkt noch etwas zu trinken und Verena telefoniert in der Zeit mit unserem Gastgeber Florian. Er ist noch an der Arbeit und kommt erst in ca. einer Stunde nach hause.
Wir beschließen die Zeit im Strandbad von Hard zu verbringen und so machen wir uns auf den Weg dorthin. Am Bodensee angekommen legen wir uns ein wenig auf die Wiese, gehen noch eine Runde schwimmen (hier ist der Boden viel besser :D) und treffen uns schließlich wieder mit Florian an seiner Wohnung.
Wir reden, duschen, essen etwas und verpacken Räder und Gepäck im Auto.
Es ist ca. 2130 als wir schließlich in Hard aufbrechen und die Sonne über dem Bodensee untergehen sehen.

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In Lindau halten wir kurz an und besuchen Christian, einen weiteren Freund den es auf die deutsche Seite des Bodensees verschlagen hat und machen uns nach ca. einer Stunde Aufenthalt wieder auf die Autobahn und ab in die Heimat, wo wir schließlich gegen 0100 ankommen und uns glücklich aber erschöpft in unser Bettchen legen. :)

Daten vom Elften Tag: Von Splügen (CH) nach Hard (AT), Km.: , Hm.: ca.

mithrandir
08.08.2010, 21:39
...vergingen dank der vielen schönen Eindrücke wie im Flug
Ging mir beim Mitlesen genauso, dabei hat mich voll das Fernweh gepackt.

Super Bericht!! http://www.smiles.kolobok.us/icq/good.gifhttp://www.smiles.kolobok.us/icq/good.gif