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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mobilmachung gegen Online-Händler


Michael
02.02.2011, 12:44
Ein spanischer Händlerverband hat eine Protestaktion gegen den nordirischen Online-Händler Chainreaction (...der seit einger Zeit auch Werbung im deutschsprachiger Raum schaltet) gestartet. Grund ist die Belieferung solcher Online-Shops und Billiganbieter durch die Hersteller.

Infos:


http://antichainreaction.com/
http://www.bicycleretailer.com/news/newsDetail/5060.html
http://www.mtb-news.de/news/2011/02/02/bikehaendler-gegen-chain-reaction-cycles/
http://www.facebook.com/pages/Antichainreaction/188237467861325


Was meint ihr dazu?

Herrenschaltung
02.02.2011, 13:08
Allgemein nervt mich teils diese übertriebene Geiz ist Geil Mentalität.
Klar die LP's sind oft auch astronomisch weit weg von der Realität,
aber muss man wirklich immer und überall den letzten Cent raus
quetschen?!
Ich hab wirklich nichts gegen den Onlinehandel, aber manchen kehre
ich durchaus ganz bewusst den Rücken.

ReneM
02.02.2011, 13:43
Ich finde eigentlich nicht, dass CRC jetzt so viel günstiger ist, als hiesige Onlinehändler. Oder? Speziell den ganzen Kleinkram bekommt man oft viel günstiger. Insofern halte ich diese Aktion für etwas eigenartig.

Hellspawn
02.02.2011, 15:31
Ich kann's nicht verstehen.
Wieso sollte es den Hersteller kuemmern? Er schaltet Werbung, promotet sein Zeug und verkauft es. Fertig. Und?
Klar, die lokalen Shops sind die Leidtragenden. Wer die Beratung haben will oder die Teile gerne beim Haendler anschauen will, bevor er sie kauft oder unbedingt heute Abend noch ein neues Rad haben will, der wird auch nach wie vor zum Haendler gehen und mehr zahlen. Davon werden halt nur noch ein paar Shops leben koennen. Und? Den Hufschmieden und Kerzengiessern weint auch niemand mehr hinterher.
Wieso sollte es die Kunden stoeren? Ich hab nix gegen niedrige Preise. Gut, wenn ich Beratung will muss ich vielleicht etwas weiter fahren, das war's aber auch.
Genau das selbe irrelevante geheule wie bei den OEM-Artikeln (siehe Schwalbe) nur dass diesmal die Handler und nicht die Hersteller heulen.
Als ob durch kuenstliche Regulierungen irgendwas erreicht wuerde, was dem Kunden nuetzt ...

(und dazu kommt natuerlich, dass CRC nicht wirklich guenstig ist)

coparni
02.02.2011, 16:13
Wenn ich jetzt ein findiger Marketingfuzzi wäre, könnte ich was inszenieren was im Großen und Ganzen behauptet: "Der Laden ist so günstig, dass sogar die örtlichen Händler gegen ihn mobil machen müssen." Ein Schelm wer böses denkt. :rolleyes:

ellivetil
02.02.2011, 16:17
Die örtlichen Händler sollen mal das Problem bei sich suchen: Stichwort Beratung, Auswahl und Lager. Klar kann sich ein kleiner Provinzhändler keine 10 XTR Kurbeln auf Lager legen, aber im Umkreis von 50km von mir muss jeder Händler alles bestellen was über nen Schaltzug oder ne Billigkette hinausgeht - da bin ich online einfach schneller. Und spezifische MTB Beratung gibts hier auch nicht - die Händler fahren alle selbst nicht und kennen sich im Endeffekt nur mit Trekking und City aus...

HeFra
02.02.2011, 17:32
So schlimm sieht es bei uns in der Umgebung nicht aus! Es liegt zwar keine XTR rum, aber X9 oder XT liegt da schon rum. Laufräder etc. liegen auch rum. Ahnung haben in 20km Umkreis (weiter kenne ich die Läden nicht) auch einige Läden, also so schlimm ist es nicht! Klar wir haben auch ZEGs hier, aber die zählen nicht.

Das Problem ist aber eben, wenn man etwas bestimmtes haben möchte geht es Online einfach schneller.

Das nächste Problem ist, dass die Vertriebe teilweise sehr merkwürdige Preisstaffeln haben, so dass man einige Teile im I-Net inkl. Steuer usw. unter dem Preis bekommt, den ein Händler zahlt und da kommt noch min. 19% MwSt. drauf. Dazu kommt, das die Vertriebe oft "nur" zweimal die Woche ausliefern, da kommen also deutlich längere Wartezeiten zustanden als wenn ich bspw. bei Rose bestelle, da liegt alles am nächsten Tag vor der Tür.

Übrigens ist ChainReaction nur bei den Angeboten günstig. Ähnlich wie Rose, die normalen Preise sind ziemlich nah an den Preisen beim Händler. Da gibt es andere die mehr über den Preis gehen.

felixthewolf
02.02.2011, 18:13
Im Grunde macht es sich da einer einfach und sucht sich einen Sündenbock.

Lustiger weise gucken aber vor allem die Kunden nur recht kurz und wenig Zukunftsorientiert. Klar ist ein guter preis ne tolle Sache, aber spätetsens wenns keine kleinen lokalen händler mehr gibt und der Teilebezug nur noch über große anonyme Versender wohne technisches KnowHow aber dafür dem billigsten Preis abgewickelt wird, wir auch der Kunde merken, dass ihm kein versierter Schrauber sein XTR Schaltwerk, was er für 69€ statt 229€ VK gekauft hat anbauen und einstellen kann.

Allerdings halte ich es auch nicht für richtig, zu sagen: " da steht der Böse"

Schuld ist auch der Hersteller, der ohne feste Regeln und Sanktionen OEM zulässt, hauptsache er verkauft. Am Ende macht führt er seine eigenen Preispolitik ad absurdum (Stichwort VK vs. Straßenpreis) und wertet das Produkt auf die dauer ab.

Schuld ist auch der Vertrieb, der sich seinen Hersteller nich vornimmt, wenn Endkunden ein Produkt unter dem netto Händlereinkaufspreis erwerben können (wie aktuell die ZTR Flow für 59,90€ bei BC). Schließlich sollte es im Interesse eines Vertriebes sein, dass alle verkauften Produkte auch durch seine Hände laufen. Er investiert viel in Werbung und verbreitung eines Produktes, hält ein Lager und Kontakt zu seinen Händlern. Spätestens wenn aber Kunden und Händler gleichermaßen unter dem HEK einkaufen sollten beim vetrieb die Alarmglocken schrillen. Hier würde es nur helfen, auch (zu drohen) vertriebstätigkeiten niederzulegen, wenn Hersteller lieber direkt verkaufen als über den Vertrieb.

Schuld ist auch der Händler, der vornehmlich mehr damit beschäftigt ist, über die Situaltion zu jammern anstatt seinen Vorteile bei Konpetenz und Service herauszuarbeiten und zu nutzen. Immer wieder keim die Diskussion auf, wie sich der lokale Händler verhalten soll, wenn er letztendlich nur noch online gekaufte Teile in seiner Werkstatt montieren soll. Dann sollte er aber nicht den Kunden vollmaulen wie schlecht die Vertreibswelt ist, sonder seine Werkstatttarife so rehcnen, dass es sich für ihn rechnet und für den Kunden das nächste mal, auch bei ihm zu kaufen und dafür keine Einbaukosten zu haben.
Es braucht vor Ort motivierte und fachkundige Verkäufer. Die Zahl der Kunden, die nach einer ordentlichen Beratung und erstklassigem Service noch online kaufen halte ich für sehr gering.

Schuld ist auch der Kunde, der oft nicht bereit ist für Leistungen zu bezahlen und daher eher nach dem preis guckt. Spätesten, wenn er aber wegen des Preises nirgends mehr Leistung findet, wir er merken, dass er aufs falsche Pferd gesetzt hat.


Wenn am markt preise gedrückt werden hat davon niemand etwas. Weder der Hersteller, Vertrieb noch der Händler.
Auch der Kunde hat halt nur auf den ersten Blick etwas davon. Er hätte aber mehr davon, wnen er zwar einen höheren preis zahlt, dafür aber auch mehr erwarten kann.

Gruss, Felix

coparni
02.02.2011, 18:41
Kleine Anekdote: Der Vater der zukünftigen Mutter meiner Tochter ( :D ) arbeitet in Bamberg in der Innenstadt. Fährt jeden Tag die 5km mit Fahrrad rein. Hat sich dafür ein recht hochwertiges Trekkingrad bei einem örtlichen Händler gekauft. Kurz vor seiner Arbeitsstelle hatte er einen Platten. Hat sich gedacht er bringt das Rad morgens schnell zu einem Händler in der Nähe hin und holt es zum Feierabend ab. Also min 7h Zeit. Die sagte "klar, bring es." und "In einer Woche kannst du es wieder holen". :spinner:

Entweder die haben genug zu tun, so dass sich der Kleinscheiß nicht lohnt oder denen geht der Kunde am A... vorbei. Sowas macht der Stift in 5min. nebenbei und ich hab noch ein Felgenband und einen Schlauch verkauft. Evtl. noch einen Reifen.

Carsten
02.02.2011, 18:51
Tja,ich vergleiche und quetsche auch gern den letzten Cent raus!Warum auch nicht.Konkurenz belebt das Geschäft und wenn mal einer dabei pleite macht.....tut mir ja leid aber so ist es halt mal.Ok,meinen örtlichen Fahrradhändler(kein Bikeshop) unterstütze ich aber nur wenn ich mal Kleinteile oder Reifen brauche,alles andere hat er nicht und wenn dann ist er eh zu teuer. Mir schenkt auch keiner was,basta!

Ghost_fahrer
02.02.2011, 19:11
Kleine Anekdote: Der Vater der zukünftigen Mutter meiner Tochter ( :D ) arbeitet in Bamberg in der Innenstadt. Fährt jeden Tag die 5km mit Fahrrad rein. Hat sich dafür ein recht hochwertiges Trekkingrad bei einem örtlichen Händler gekauft. Kurz vor seiner Arbeitsstelle hatte er einen Platten. Hat sich gedacht er bringt das Rad morgens schnell zu einem Händler in der Nähe hin und holt es zum Feierabend ab. Also min 7h Zeit. Die sagte "klar, bring es." und "In einer Woche kannst du es wieder holen". :spinner:

Entweder die haben genug zu tun, so dass sich der Kleinscheiß nicht lohnt oder denen geht der Kunde am A... vorbei. Sowas macht der Stift in 5min. nebenbei und ich hab noch ein Felgenband und einen Schlauch verkauft. Evtl. noch einen Reifen.

Das traurige ist doch daß es fast überall genau so abläuft! Egal wie groß der Händler ist oder in welcher Gegend. Und bei dem Service kauf ich dann beim günstigen Händler und schraub selbst! Selbst mit auf Packet warten bin ich dann in 3-4Tagen fertig und hab noch Geld gespart!!!!

coparni
02.02.2011, 19:49
In dem Fall lag/liegt noch eine ausgeprägte Techniklegasthenie vor. :D

simplonthepride
02.02.2011, 19:53
Globaler, freier Markt.


Rahmen und/oder Vorführräder kaufe ich ausschließlich bei meinem Fachhändler.

Alles andere beim Versender meines Vertrauens und das weis er auch.

Wir verstehen und prächtig und können mit dieser Situation sehr gut leben.


Futterneid wird es immer geben, z.B. ist unser örtlicher Optiker auch nicht gerade glücklich darüber, dass meine Kontaktlinsenmarke im Internet gerade mal ein Viertel kostet. Er muss sich aber damit abfinden, dass ich nur dann bei ihm beziehe wenn ich über die Versicherung abrechnen kann.

felixthewolf
02.02.2011, 20:12
Kleine Anekdote:

Das ist so ein klarer Fall auch man sich drauf verlassen kann, dass sich der Markt selbst reguliert.
Entweder der Händler hat tatsächlich genug zu tun, dann gehts ihm gut, die Werktstatt ist voll und er braucht halt ne Woche dafür.
Dann ists ja auch nicht schlimm, wnen du zum nächsten gehst.
Oder er ist schon so frustiert, dass alle lieber online kaufen, dass er lieber seine Ruhe haben will. Die hat er dann sicher schnell im Überfluss - zumindst aus geschäftlicher Sicht.
Die Spirale kann sich ja in beide Richtungen drehen.
Jeder bestimmt die Richtung selbst.
Denn um auch mal Positiv zu melden. Ich kenne keinen Händler (egal ob lokal serviceorientiert oder online preisorientiert). Alle haben sich irgendwie spezialisiert und machne sich eben ihren Vorteil zu nutze um ihren Kunden einen Mehrwert zu bieten. Die Geschäfte brummen und die Kunden sind zufrieden.
Der Markt ändert sich halt und die, die darin überleben wollen, müssen das eben auch machen.

Felix

Piktogramm
02.02.2011, 20:21
Globaler, freier Markt.


Eben! Preisbindungen und Absprachen zur Regelung des Marktes sind glaub nicht nur bei uns verboten. Die Händler die ich kenne, die auf den Onlinehandel schimpfen und/oder denen es einfach schlecht geht haben da gut selber drauf hingearbeitet. Da kann kaum ein Onlinehandel den Service unterbieten.

mithrandir
02.02.2011, 20:33
Der Markt ändert sich halt und die, die darin überleben wollen, müssen das eben auch machen.
Genau so läuft das. Ist beim Bäcker nebenan auch nicht anders. Freier Markt halt. Mag man denken drüber wie man will. Ist so... bleibt so.

felixthewolf
02.02.2011, 20:38
Eben! Preisbindungen und absprachen sind glaub nicht nur bei uns verboten.

Naja, ne Preisabsprache ist das ja keine, was da gewünscht wird.
Da gehts ja vorrangig darum, dass Vertriebsstrukturen erhalten bzw. wiederhergestellt werden.
-Der Hersteller soll neue innovative Produkte bereitstellen
-Der Vertrieb übernimmt große Abnahmemengen und kümmert sich um die Bekanntmachung des Produkts
-Der Händler bietet dem Kunden Beratung, Service vor Ort.
- Der Kunde bekommt Produkte mit Best-Service-garantie.

Einzig klare Regelungen in den Vertreibstrukturen würden hier allen (aussen denen die mit geringstem Aufwand und keinen Preisen riesige Gewinne fahren) und vor allem dem Kunden nützen.
In dem Moment in dem OEM-Produkte in rauhen Mengen den Aftermarket fluten, kippt das System.

Felix

Piktogramm
02.02.2011, 20:54
Dann gibt es eben OEM Zeug welches verramscht wird. Schlussendlich werden zunehmend Händler die entsprechende Marke aus dem Sortiment nehmen weil es sich nicht lohnt und gut ist. Oder aber das OEM Zeug zieht genügend Kunden die ihr Geld durch den Kauf anderer Sachen dalassen.

felixthewolf
02.02.2011, 20:58
Ja aber dann braucht man ja auch keine Teilung in OEM und Aftermarket sondern verkauft ein Produkt generell unter seinem Preis.
Soi verrarscht sich der Markt doch zum Zwecke kleiner kurzfristiger Profite doch selbst.

Das kanns doch auch nicht sein?!

Felix

Piktogramm
02.02.2011, 21:17
Sind kurzfristige Profite mittlerweile nicht in allen ökonomischen und gesellschaftlichen Bereichen etabliert und konsensfähig?

Wobei die Gefahr, dass sich die Hersteller damit wirklich Profite verbauen doch eher gering ist.

felixthewolf
02.02.2011, 21:26
Wobei die Gefahr, dass sich die Hersteller damit wirklich Profite verbauen doch eher gering ist.

Dem Hersteller kanns fast egal sein, an wen er große Mengen verkauft.
Allerdings tut er damit seinem Produkt und damit langfristig auch sich nichts gutes.
Denn Preise nivilieren sich. Und DT wird nie wieder ihre Federgabeln für 900€ verkaufen können, wenn es sie zwischendurch für 300€ aus OEM-Quellen kaufen konnte.

Gruss, Felix

Piktogramm
02.02.2011, 21:45
Wenn die Preise verrissen sind und aus Sicht des Herstellers eine Korrektur benötigen gibt es halt jedes Jahr ein neues Modell welches mit superduperhyperultra Technologie* die ne Ecke teurer sind als die Vorgänger und gut ist. Im Zweifelsfall wird eben Irgendetwas neues etabliert ohne das der Kunde nicht leben zu können hat. An diesem Punkt kann man bequem ein völlig neues Preisgefüge etablieren. Die entsprechenden Medien sind eh auf der Seite des Herstellers. Hängen sie doch von den Werbeanzeigen und den Auflagen ab. Wobei man gescheite Auflagen anscheinend nur schaffen kann, wenn man entsprechende Hypes reitet (was wieder zu gewinnbringender Werbung führt). Potentielle Schaden der durch solche OEM Späße entsteht ist schnell beseitigt. Zudem scheint das kollektive Gedächtnis von Kunden sehr schlecht zu sein. Da können Serienprobleme ne große Welle gemacht haben oder aber eine Preiserhöhung von 100%. Nach wenigen Wochen bis Monaten haben sich unter normalen Umständen die Umsatzzahlen erhohlt. Der Hersteller muss sich da keinen Kopf machen und der Vertrieb muss anscheinend sehen wo er bleibt.

* :D

onkeldueres
04.02.2011, 09:33
Man sollte eins berücksichtigen.Jeder ist seines Glückes Schmied,sprich jeder Händler ist selbst dafür verantwortlich wie es seinem Laden geht.Im Shop in dem ich arbeite haben wir zum Glück ganz selten Kunden die uns mit irgendwelchen Internet Preisen "drücken"wollen.Und sollte das mal sein wird der Preis in vertretbarem Masse von uns angepasst.Ausser bei den grossen Schaltungsherstellern passt das fast immer.Man muss in den Situationen halt bereit sein auf den Gewinn zu verzichten(zumindest zum Teil)wenn eventuell der Werbeeffekt grösser ist.Ob es ein grosser Reifenhersteller,ein Schlosshersteller,der Helmlieferant(Hersteller) und und und ist.Wir bekommen im Jahr für tausende Euros Naturalrabatte,grosse Regalwände und viele andere Sachen kostenlos.Da kann man sowas auch mal machen.Bei den Fahrrad-Lieferanten siehts schon anders aus.Wenn da jemand aktuelle Ware online "verramscht",fliegt er raus.Unser Geschäft hat zum Glück einen solchen Status im Raum Köln das wir uns das leisten können und die Hersteller mittlerweile "kuschen".Service ist das Thema mit dem man sich vom Mitbewerber(Internet oder Geschäft)abhebt.Selbst in der Hauptsaison(März bis September)bekommt jeder seine Schlauchreparatur innerhalb eines Tages.Selbst grössere Reparaturen schaffen wir in der Regel innerhalb einer Woche,es sei denn es muss etwas eingeschickt werden.Und in der Saison rede ich von ca.20-30 Reparaturen und 15-20 Neurädern pro Tag.Mittlerweile haben wir in unmittelbarer Umgebung drei weitere Händler und trotzdem verkaufen wir nicht weniger.Und selbst das Internet kostet uns keine oder nur wenige Kunden.Aber wie gesagt,da muss man halt auch was für tun.

Mr.Hyde
04.02.2011, 10:58
Sehe ich ähnlich, wer sich Gedanken macht, wie er dem Kunden einen Mehrwert bieten kann, und zwar in einer Sparte, in der es ausreichend Kunden gibt, um davon leben zu können, der kommt auch trotz Internethandel sehr gut klar.
Märkte wandeln sich, Kundenanforderungen auch. Entweder ich stelle mich als Händler darauf ein und suche mir eben meine Nische in der ich erfolgreich sein kann, oder ich mache es halt wie schon immer, dann gehe ich halt unter.

Bill Tür
04.02.2011, 18:55
Lustiger weise gucken aber vor allem die Kunden nur recht kurz und wenig Zukunftsorientiert. Klar ist ein guter preis ne tolle Sache, aber spätetsens wenns keine kleinen lokalen händler mehr gibt und der Teilebezug nur noch über große anonyme Versender wohne technisches KnowHow aber dafür dem billigsten Preis abgewickelt wird, wir auch der Kunde merken, dass ihm kein versierter Schrauber sein XTR Schaltwerk, was er für 69€ statt 229€ VK gekauft hat anbauen und einstellen kann.
Könnte ich gewesen sein. Gebrauchtes Schaltwerk übers gelbe Forum gekauft, angebaut und beim Wechsel den völlig Schaltzug vermurkst. Händler um die Ecke hat mich gerettet, Schaltwerk konnte ich wieder selbst einstellen. Man sollte halt nicht mit der Rohrzange die Plaste-Zugeinstellschraube der alten Deore bearbeiten. Der Händler ist freundlich, ehrlich und wird deshalb auch im Bekanntenkreis empfohlen. Auch Sachen, die ich nicht selbst kann, werden bei ihm erledigt und etwas Geld ausgegeben. Auch mein Rennradhändler als Spezialist ist mir positiv aufgefallen, kompetente Hinweise, die mich schon vor Fehlkäufen gerettet haben, ausgiebige Probefahrten und Einstellungen beim Radkauf (das günstigste im Laden) und der persönliche Kontakt zeichnen ihn aus. Ich habe meine Händler gefunden.

Bei mir ist es ein Wechsel zwischen Online- und Händlereinkauf bei Teilen. Was ich mir selbst zutraue und wo es mit Garantieansprüchen kaum Probleme geben dürfte, wird online gekauft. Habe ich keine Ahnung oder muss es erst testen, kommt der Laden vor Ort zum Zuge. Händler vor Ort habe ich in den letzten Jahren vielleicht zwanzig ausprobiert. Der kleine um die Ecke für alles, der Rennradspezialist und ein großer MTB-Laden haben sich dabei als positive Beispiele herauskristallisiert. Dann kommt etwas Mittelmaß, mal das Angebot sehr einseitig, mal weniger motiviert. Und dann natürlich auch Händler, die Käufer scharenweise ins Internet treiben. Ob unfreundlich, demotiviert (z.B. beim Radkaufversuch nicht einmal die Couch verlassen) oder fachlich bei einfachen Fragen (Reifengröße) inkompetent, es waren alle Klischees vertreten.


Ich glaube derzeit aber nicht, dass Onlinekäufer für Händler so ein großes Problem darstellen. Im gesamten, zugegeben mit wenig Ausnahmen, kaum radaffinen Verwandten- und Bekanntenkreis bin ich der einzige Onlinekäufer. Auch schraubt eigentlich niemand an den größtenteils günstigen Rädern, abgesehen von Schlauchwechseln. Selbst Bremsbelege wechselt der Händler. Die Gemeinschaft der Selbstschrauber und Onlinekäufer stellt doch eine kleine Minderheit dar, da verzerren Foren das Bild erheblich. Das diese Minderheit überdurchschnittlich viel für die Räder ausgibt, ist natürlich eine andere Sache. Ich denke, dass Händler, die ehrlich Räder und Dienstleistungen verkaufen, also passende Räder für Körper und Anspruch an den Mann bringen, auch in Zukunft ihren festen Stand haben werden.

Filosofem
05.02.2011, 07:57
Was für eine sinnlose Diskussion. Entweder wir tanzen alle hübsch neoliberal ums goldene Kalb und freuen uns, dass "der Markt alles regelt". Ohne mich. Oder wir konstruieren ein Problem, bei dem wir völlig übersehen, dass kein Händler ein "Anrecht auf Umsatz" von meinem sauer Erspartem hat. Auch ohne mich. Mein Händler hatte mal Cannondale im Programm. Die Marke, die ihre Preise rigoros hoch hält, viel für Imagepflege ausgibt und dies auch von ihren Händlern verlangt. Der schüttelt heute noch mit dem Kopf darüber.