20 Reaktionen zu “Ötzi 2006 – un sogno?”

  1. Georg Dechant image

  2. Lieber Principia,

    ich habe jetzt schon einige Berichte ueber den Oetztaler gelesen, der mein Lieblingsrennen ist. Dein Bericht sticht aber wirklich positiv heraus. Du schreibst klasse und deine Bilder werden bei allen Teilnehmern ein Gaensehautgefuehl erzeugen. Wirklich toll, so wie deine ganze Homepage.
    Gratulation auch zu deiner fuer einen Ersttaeter hervorragenden Zeit.

    Allerbeste Gruesse
    Georg

  3. nils image

  4. als regelmaesziger wsite-besucher moechte ich mich dem anschliessen: gratulation zu diesem sympathischen bericht und zu deiner immer wieder aktualisierten und informativen website.

    gruesse,
    nils

  5. Tuner image

  6. Herzlichen Glückwunsch und willkommen im Club der Finisher!!
    Ich freue mich für dich!
    Lass dir eines gesagt sein: Es gibt einfach niemanden, der bei diesem Rennen keine Schmerzen hat, niemanden der nicht an diesen Anstiegen verzweifelt.
    Und nochwas: Sich vorzunehmen sich den Ötzi einzuteilen halte ich für Augenwischerrei. Das Rennen ist einfach zu hart.
    Das sind zumindest meine Erinnerungen daran und diese Meinung teilen alle Finisher, die ich kenne.

    Stefan

  7. coffee image

  8. herzlichen glückwunsch, du hast es geschafft. alle hochachtung vor deiner leistung, hut ab. was ist dein nächstes ziel :-) danke für den bericht + bilder

  9. Blacksurf image

  10. wow welch in Ritt, RESPEKT fürs Durchhalten und die großartige Leistung!
    Vorallem bei den nassen Bedingungen.

  11. CyroX image

  12. Hey SUPER das du es gepackt hast!

    Glückwunsch

    Gruss CyroX

  13. marco image

  14. Respekt für deine Leistung und ein Dankeschön für den guten Bericht

  15. MTH image

  16. Hallo

    Gratuliere dir auch zu dieser guten Leistung! Habe ständig deinen Trainings- Blog verfolgt – war wirklich spannend zu lesen und hebt sich von der Masse ab.

    Nächstes Jahr startest du wieder, oder?

  17. Marcus image

  18. Meinen herzlichen Glückwunsch & vollen Respekt vor dieser gigantischen Leistung !!

    Sehr schöne Schilderung, besonders toll und sympathisch fand ich “Mir stiegen die Tränen in die Augen, was für ein Gefühl!” was jeder der sich schonmal dermaßen an die persönlichen Grenzen getrieben hat, nachvollziehen kann.
    Einfach toll.

    Wann kommt ähnliches mit dem MTB ?

    Gruß
    Marcus

  19. Principia image

  20. Danke an Alle für die Glückwünsche!

    @Marcus
    Mit dem MTB spielst du sicher auf die Salzkammerguttrophy an, oder? Mit dem MTB werde ich mir sowas aber sicher nicht antun. Jedenfalls nicht unter Rennbedingungen… ;)

    @MTH
    zu 100% weiß ich es noch nicht. Ich werde versuchen erneut einen Startplatz zu bekommen und dann das Jahr über schauen, ob die Vorbereitung stimmt. Ich werde nächste Saison ziemlich sicher weniger Zeit haben. Deswegen werde ich versuchen, die Form einigermaßen über den Winter zu bekommen um nicht im Februar wieder von vorne beginnen zu müssen!

  21. trailblaster image

  22. herzlichen glückwunsch zu der wahnsinnsleistung!

  23. Taunusgazelle image

  24. Toller Bericht und Danke, dass ich direkt auf dem Startfoto zu deiner Seite abgebildet bin! :-)
    Unsere Gruppe hat beim Start wohl direkt vor dir gestanden. Unser Bericht mitsamt Fotos wird auf der Seite http://www.taunusgazellen.de erscheinen -Seite unbedingt betrachten, es lohnt sich!!!

    Lang lebe das Timmelsjoch (auch mir als Taunusgazelle sind dort leider keine Flügel gewachsen)

    Gruss

  25. Marcus image

  26. Salzkammerguttrophy ist hierzulande sicherlich die Hausnr im MTB Bereich.
    Wäre mir aber zu sehr Ausdauerlastig. Ich suche ja immer noch den fahrerischen Spass & die Herausforderung & von daher dachte ich eher an sowas:
    http://www.verviers.be/vtt/DE/de_index.html
    103km und 4102Hm

  27. Kemper,Klaus-Peter image

  28. Hallo Micha,
    habe Deinen Bericht mit fastzination gelesen,Herzlichen Glückwunsch zu dieser Ausnahmeleistung.Bilder und Bericht sind einfach tadelos,genau wie ” Dein Marathon”.
    Gruß Klaus-Peter

  29. thto image

  30. hi micha ,

    sehr geiler bericht und großen glückwunsch ….

    TT

  31. CyroX image

  32. eine frage hab ich da doch aber …

    Sind die Strassen komplett gespert? Wie machen die das bei solch einem Rennen?

  33. TomTom image

  34. Super Bericht und tolle Bilder, ich konnt aufgrund einer Rückenverletzung nicht teilnehmen, dann so ein Bericht zu lesen, lässt einen wieder ein wenig in den Ötzi eintauchen. Danke und allzeit gute Beine

  35. Principia image

  36. die strassen sind nicht kpl. gesperrt. (aber überwiegend)
    es gibt auf der ötzi-hp eine übersicht darüber.
    ich hatte erst vom timmelsjoch runter probleme durch autos. einige leute meinten mit ihren karren ein katz und maus spiel spieln zu müssen (:
    aber sonst war es hervorragend! alle ampeln, kreisverkehre durch die polizei gesperrt!

  37. Markus image

  38. Super Bericht. Vor allem die Fotos sind ein Hammer. Woher hast Du da noch den Nerv genommen?
    Ich hab unter http://der-totaale-kaiserschmarrn.blogspot.com/2006/08/tztal-marathon-2006.html auch einen netten Bericht geschrieben.
    schöne Grüße
    Markus

  39. christian image

  40. Servus

    Ich fahre noch nicht lang spiele aber wie es so ist mit dem Gedanken mal mitzufahren. Danke für deinen Bericht und für die mühe lässt sich super lesen.

    Viele Grüße aus NÜrnberg

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Ötzi 2006 – un sogno?

29. August 2006 | Kategorie: Trainings-Blog

Das war er nun, der Ötztaler Radmarathon 2006. Über ein halbes Jahr Vorbereitung endeten am Sonntag Morgen gegen 6:10h, als ich langsam zum Start rollte um mich mit 3908 anderen Startern (4533 hatten gemeldet) auf der Hauptstraße in Sölden aufzureihen.
Pünktlich um 6:30h fiel der Startschuss. Von nun an – dachte ich – dauert es sicher noch bestimmt rund 15min bis ich über die Startlinie rolle. Doch es ging auf einmal alles recht flott. 6:37h notierte ich in meinem Gedächtnis als Startzeit. Galt es jetzt erst einmal etwas warm zu werden, was in der schnellen Abfahrt doch recht schwierig werden sollte. Mit einem 45er Schnitt knallten wir Richtung Ötz.

Ötztaler Radmarathon 2006

Ötztaler Radmarathon 2006

Ötztaler Radmarathon 2006

Nach rund 42 Minuten kreuzte ich rechts raus die Bergwertung zum Kühtai. Zehn Meter weiter entledigte ich mich erst einmal in aller Ruhe meiner Windjacke und den langen Handschuhen. Von nun an galt es rund 18,5 Kilometer mit rund 1165 Höhenmeter zu knacken. Recht unrhythmisch mit Steigungspitzen von bis zu 18%. Wo diese Steigung nun schlussendlich war, kann ich nicht sagen, ich hab sie einfach nicht gemerkt. ;) So gleichmässig und kräftesparend wie nur irgendmöglich kurbelte ich mich den Berg hinauf. Nur nicht überziehen, denn es sollten noch extrem harte Kilometer kommen. Kurz vor der Passhöhe gab es noch eine Baustelle, die fast eine Crosseinlage erforderte. Ziemlich eingesaut, füllte ich meine Trinkflaschen wieder auf, die ich von Sölden bis hier hin unter Zwang gelehrt hatte. Meine Zeit hier oben: 1:31:07h — knapp 10min hinter meiner Richtzeit. Was soll es – Flaschen füllen, Riegel einschmeissen und weiter in die Abfahrt. Warum dieser Pass Kühtai heisst, sollte ich auf den folgenden Kilometer hinab Richtung Kematen schnell feststellen. Links und Rechts der Strecke weideten Kühe… ;)
In einem Tunnel dann auf einmal Schreie von vorne! Eine aufgeschreckte Herde Ponys galoppierte im Tunnel den Berg hinauf – UNS ENTGEGEN! Also kurzes Handzeichen nach hinten und sofort in die Eisen und an den Tieren vorbei. Glück gehabt. Puhh!

Von nun an trocknete die Straße auch immer mehr ab, was mich veranlasste meine Hangabtriebskraft etwas auszuspielen. Ohne Kenntnis der Streckenführung verließ ich mich auf mein Gefühl und donnerte schlussendlich in der Spitze mit 101.9 km/h der Berg hinab. Mein absoluter Rekord bisher. Im Tal musste ich an den Film Höllentour denken, wo Rolf Aldag treffend vormuliert:

Is et vielleicht schlau, mit 95km/h ‘n Berg runter zu fahr’n auf 21mm breiten Reifen mit ‘ner klassischen Seilzugbremse?
Dann musste für Dich sagen: Is’ nich’ wirklich schlau!

Dem musste ich zustimmen! Spaß hat es aber trotzdem gemacht! Wir Radfahrer haben anscheinend einen Automatismus, der ab einer gewissen Geschwindigkeit die Blutzufuhr zum Gehirn trosselt. ;)
Von nun an rollten wir meist flach Richtung Innsbruck. Ca. 200m vor mir erspähte ich eine größere Gruppe, an die ich unbedingt ran kommen wollte. Man hört ja im Vorfeld einiges: Man muss am Brenner unbedingt eine gute Gruppe haben, sonst verhungert man auf der Strecke bis zur Bergwertung. So war es dann auch. Ohne Gruppe keine Chance. Eigentlich musste ich schon seit einigen Kilometer mal rechts ran, doch diese Gruppe fahren zu lassen? Nein, das ging nicht. Also Zähne zusammen und weiter. Erst kurz vor dem 12% Teilstück fuhr ich dann rechts raus…
Oben auf dem Brenner angekommen, nach rund 122km, gab es die zweite Verpflegung für heute. Ich liess meine Flaschen wieder mit Isobrühe füllen und machte mich über ein paar Stück Kuchen her. Man war der lecker! So lecker, dass ich die Zeit vergass und erst wieder nach rund 10 Minuten aufs Rad stieg. Prompt setzte auch der erste richtige Schauer für heute ein. Die 16 Kilometer lange Abfahrt auf italienischem Boden nach Sterzing verlief komplett unspektakulär. Durch ein paar Kreisverkehre ging es auch schon wieder in die nächste Bergwertung. Der Passo Giovo (Jaufenpass) stand auf dem Plan. 15,5km und rund 1100hm. Im Schnitt 7.1% – und diese wirklich richtig gleichmässig verteilt. Somit optimal um einen Rythmus zu finden. Nur leider ist dieses Ding einfach nur lang, lang und nochmals lang. Bis man an die Baumgrenze kommt vergehen Ewigkeiten. Und da war sie nun die Passhöhe:

Ötztaler Radmarathon 2006

Noch immer galt es rund 300 Höhenmeter zu bewältigen. Am sogenannten Jaufenhaus meldete sich auch zum ersten Mal an diesem Tag mein rechter Oberschenkel. Genauer gesagt, musculus vastus medialis hatte anscheinend keinen Bock mehr mich bei meinem Vorhaben, den Ötzi in deutlich unter 11 Stunden zu beenden, zu unterstützen. So musste ich vom Rad und einige nette Entspannungsübung mit ihm durchführen, bis er sich wieder übereden ließ doch noch diesen Pass zu fahren.

Ötztaler Radmarathon 2006

Nach unendlich langen 1:29h endlich oben angekommen, bließ einem ein eisiger Wind ins Gesicht. Trotzdem musste ich meinen Akku dringend wieder auffüllen. Da doch ein wenig Gedränge herrschte, dauerte dies einige Zeit, bis ich wieder alles an Board hatte. Schnell noch die Jacke angezogen, ging es über die Zeitnahme die diesmal nach der Verpflegung aufgebaut war. 1:41h – somit 12min an der Labestation rumgelungert… Tztztz!
Ich hatte was vergessen. Richtig, ich musste nochmal rechts ran, um die überschüssige Flüssigkeit loszuwerden. Dies dauerte auch fast eine Ewigkeit. Liter um Liter… ;)
Nun ging es endlich in die traumhafte Abfahrt. Oben noch einstellig, ging es mit den Tempertauren schlagartig wieder bergauf. Nach über 20 Kilometer Abfahrt waren es in St. Leonhard 30°C!

Nun stand einem “nur” noch das Timmelsjoch im Weg. Geschmeidige 29km Anstieg mit 1745 Höhenmeter, im Schnitt etwas über 6%, in der Spitze 14% steil. Allein das reicht für eine gemütliche Tagestour. Nur wir hatten bis dato 180km in den Beinen und mussten noch da rauf. Bis zur ersten Verpflegung lief es auch noch weitestgehend flüssig, wenn man davon noch sprechen konnte.

Ötztaler Radmarathon 2006

Ötztaler Radmarathon 2006

Ötztaler Radmarathon 2006

An der Labe angekommen hat meinen einen herrlichen Blick auf die letzten Kilometer bis hinauf zum Tunnel.

Ötztaler Radmarathon 2006

Ötztaler Radmarathon 2006

An dieser Verpflegungstellte ließ ich mir nun richtig Zeit. Der Muskel im rechten Oberschenkel zwickte schon wieder und auch der Akku war nicht mehr bei bester Gesundheit. Rund eine viertel Stunde – mein Ziel weit unter 11h hatte ich schon längst abgehakt – verbrachte ich mit Essen, Trinken und einem kurzen Spaziergang um die Beine zu lockern.

Dann ging es weiter und es sollten die härtesten Kilometer in meinem Leben werden. Die nächsten Kilometer waren noch recht flach, bis es dann in die ersten Serpentinen ging und die WAND sich vor einem aufbaute. Waren die Temperaturen hier oben doch schon eher wieder zum frösteln, zog ich es dennoch vor die Jacke in der Trikottasche zu lassen.

Ötztaler Radmarathon 2006

Ötztaler Radmarathon 2006

Und auf einmal war er wieder da. Dieser schreckliche Schmerz im Oberschenkel. Also absteigen, kurz dehnen und wieder aufs Rad. Schieben wollte ich einfach nicht! Dafür hatte ich nicht noch im Vorfeld eine 29er Kassette montiert! Also fuhr ich unter Schmerzen weiter. Einfach immer weiter… Meter für Meter, Kehre für Kehre. Dieser Berg wollte einfach nicht enden. Die Geschwindigkeitsanzeige wurde langsam aber sicher einstellig. Der Puls wollte einfach nicht mehr weiter. Der Akku lief schon längst auf Reserve…

Ötztaler Radmarathon 2006

Ötztaler Radmarathon 2006

Ötztaler Radmarathon 2006

Ötztaler Radmarathon 2006

Doch da war endlich die letzte Labestation für heute. Im Vorbeifahren ließ ich mir eine Dose Gummibärchensaft geben. Er soll ja Flügel verleihen. Nur wollten diese einfach nicht wachsen. Ganz im Gegenteil. Immer abgehakter und eckiger wurde der Tritt. Doch da, nach endloser Quälerei war er endlich erreicht – der Tunnel, der einen nach Hause bringen sollte! Hier oben gab es zu dieser Stunde immer noch Zuschauer die einen anfeuerten! Bei 4°C und Niesgelregen. Mir stiegen die Tränen in die Augen, was für ein Gefühl!
Und nach einem Flachstück war er endlich erreicht – der Passo Rombo – 2509m hoch gelegen!

Ötztaler Radmarathon 2006

Von nun an sollte nur noch die Mautstation im Weg stehen, sonst bergab! Nach der Bergwertung musste ich wieder die langen Handschuhe anziehen, es war einfach zu kalt. Bei wirklich schaurigen Bedingungen tastete ich mich die ersten Kurven bergab, bis ich wieder ein Gefühl für die Abfahrt hatte. Die letzten Höhemeter hinauf zur Maut waren jetzt nicht mehr unbedingt notwendig, aber der Blick Richtung Sölden puschte einen auch noch dort hinauf.
In Zwieselstein blockierten dann ein Paar Autos die Straße – die mittlerweile wieder frei gegeben war – die schnelle Weiterfahrt, doch kurz vor Sölden zog ich dann entnervt an ihnen vorbei.
Und dann die letzten 1500 Meter: Jetzt um 18:00h standen immer noch Leute an der Strecke und feuerten einen an. Im Zielbereich war noch einiges los. Und als ich meinen Namen vom Streckensprecher durchsagen hörte, realisierte ich, dass ich im Ziel war und dieses Monster ÖTZI bezwungen hab!

Total kaputt zurück… ;)

Ötztaler Radmarathon 2006

Fazit:
Es war einfach nur brutal und knochenhart, ohne Streckenkenntnis, sich diese Strecke auch nur annähernd einzuteilen. Am Anfang bin ich wahrscheinlich zu verhalten angefangen, und am Ende habe ich den Stecker trotzdem gezogen bekommen. Doch bin ich äusserst zufrieden. Einfach weil ich es, trotz den Bedingungen, Problemen unterwegs wieder bis nach Sölden geschaft habe. Und dies auch noch einigermaßen erhobenen Hauptes! UN SOGNO! ;)

Meine Zeiten:
11:27:51.51 (Brutto) — 10:15:54 (Netto)
Gesamtrang: 2453 – Altersklasse: 747


Ötztaler Radmarathon 2006

Für die Statistiker:
3908 Starter – 3715 im Ziel
Siegerzeit (M): 7:12:29 — (F): 7:56:24
3565 Männer und 150 Frauen im Ziel
mit 2123 Starter der Klasse Ü35-50 ist der Ötzi doch eher was für ältere Semester! ;)

Ötztaler Radmarathon 2006

Der Letzte kommt ins Ziel! Wahnsinn!

Ötztaler Radmarathon 2006