Extralite Ultra Bar und The Head

April 13, 2004 by  
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Extralite = Extra leicht ?
Eine kleine italienische Bike- & Komponenten- Schmiede kommt immer mehr ins Rampenlicht. Nach und nach bauen die Italiener immer leichtere Komponenten. Können diese auch den Alltag am MTB oder Rennrad bestehen ? Lesen Sie hier die ersten Testberichte.

Extralite Ultra Bar

Extralite Ultra Bar

Carbonmix…
105 Gramm bei einer Länge von 580mm und das noch für weit unter 100 Euro. So was, dachte ich, sollte man sich doch nicht entgehen lassen. Obwohl ich eigentlich einen Schmolke Lenker nachrüsten wollte, dachte ich mir: Ich teste erst mal den Extralite. Da ich diesen dann auch noch in einem Weihnachtsspecial eines Kronberger Bike Shops ergattern konnte, war das Argument gegen den Ultra Bar gegen Null geschrumpft. Was konnte man nun erwarten. Erst mal stehen einem das geringe Gewicht und die sehr saubere Verarbeitung ins Auge. Der Lenker besteht aus einem ca. 1mm starkem Aluminiumrohr, auf das ein CFK-Schlauch auflaminiert ist. Die Webart der Fasern ist nicht wie bei herkömmlichen CFK Matten annähernd 90° zu einander, sondern annähernd and die Längsrichtung der Lenkerform angepasst. Daraus ergibt sich auch eine höhere Festigkeit, bei der man auf “dickere” Schichten und somit auch höherem Gewicht verzichten kann.

Zu lang !
Auch gibt Extralite den Lenker zum kürzen frei. Gesagt, getan. Da mit die Breite in Verbindung mit Hörnchen [diese sind auch uneingeschränkt freigegeben] zu breit erschien, wurde der Lenker kurzerhand um 20mm gekürzt. Nun wiegt das gute Stück incl. der Verstärkungshülsen in den Lenkerenden knapp über 100 Gramm.

Fahrbericht
Die erste Ausfahrt verlief so wie die letzten vor dem Lenkertausch. Ich konnte einfach keinen Unterschied zum 40 Gramm schwereren Syntace Lenker feststellen. Kein “Verwindungsgefühl”, kein schwammiges Lenken, rein gar nichts ! Somit muss ich sagen, das dieser Lenker wohl zu den besten unter den Leichtbau- Lenker zählt. Was dieser aber bei einem Sturz so alles wegstecken kann, hoffe ich trotzdem die nächsten Monate nicht schreiben zu müssen ;-)

Extralite The Head
Ultraleicht…Aber auch ultrahart ?

Nachdem ich eigentlich ein Verfechter der Chris King Steuersätze bin, habe ich mir ins Principia aber aktuell einen Extralite Steuersatz eingebaut.
ich bin nun also schon ein paar mal gefahren und der erste Eindruck ist: Unauffällig !
Es kommt kein mulmiges Gefühl bei Abfahrten auf, wobei man es eigentlich bei so einem geringen Gewicht (69 Gramm komplett mit Deckel und Schraube) haben sollte.
Die Einstellung des guten Stücks geht auch sehr gut von der Hand. Man dreht die Schrauben doch ein wenig zaghafter zu als beim King. Der Gabelkonus ist geschlitzt. Dies kommt daher, das der Konus ultraflach und filigran ist und somit besser zu montieren. Dies lässt sich leicht ohne Kraftaufwand per Hand erledigen. Die Lagerschalen an sich weisen unterschiedliche Abmessungen auf. Die untere ist noch ganz normal dimensioniert, wobei die obere einen reduzierten Außendurchmesser hat. Alles an diesem filigranen Steuersatz ist auf extremen Leichtbau ausgelegt. Die Verarbeitung lässt, wie bei allen Extralite Komponenten, keine Sorgfalt bei der Herstellung vermissen.
Der erste Eindruck ist sehr positiv. Nun wird die Langzeitstudie zeigen, ob er das Zeug hat dem King Paroli zu bieten. Im Gewicht hat er es schon…;-)

Leichtbau Tipps

April 6, 2004 by  
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“Praktischer” Leichtbau: Tipps.
Tunen und neue Teile ans Rad schrauben sind des Bikers Lieblingsbeschäftigung.
Aber erfahrene Mechaniker sind inzwischen vom Extrem Tuning auf Teufel komm raus, geheilt.
Fahrsicherheit und Funktion sollen immer Priorität vor Optik und Grammfeilschereien haben.
Vor einem bedingungslos „leichfertigen“ Kauf immer den Einsatzzweck und die Kompatibilität abstecken.
Beispiel: einen extrem leichten Carbonlenker ála Schmolke in einen alten Stahlvorbau zum Dualfahren einzubauen, ist logischer wiese vollkommener Blödsinn. Besonders bei der Steuerzentrale ist drauf zu achten , dass die Klemmbereiche optimal harmonieren.
Speziell bei den einbauempfindlichen Leichtteilen ist auf korrekte Montage zu achten.
Deswegen: Nur bestes Werkzeug verwenden und immer mit einem Drehmomentschlüssel den Angaben des Hersteller folgen.

Laufräder
Laufräder sind das Tuningobjekt Nummer eins am Rad. Sie tragen nicht nur zum Gesamtgewicht bei, sondern müssen zusätzlich linear- und rotationsbeschleunigt werden.
Aus den Gesetzen der Dynamik lässt sich leicht ableiten, dass bei Laufrädern die Gewichtseinsparung außen mehr bringt als im Laufradzentrum.
Eine sinnvolle Tuningreihenfolge ist hier also:
- Reifen
- Schlauch
- Felgenband
- Felge
- Speichennippel
- Speichen
- Nabe
Die Umrüstung auf schmälere und damit meist leichtere Reifen macht Gewicht gut, aber auch innerhalb einer Breite gibt es große Unterschiede. Hier muss ein guter Kompromiss aus Einsatzzweck, Pannensicherheit, Haltbarkeit und Gewicht gefunden werden.
Mit dem richtigen Schlauch lässt sich einiges an Gewicht sparen. Aber man sollte es nicht übertreiben, denn was nützt einem ein Schlauch mit 60 Gramm, der nur 2 Wochen hält. Gute Erfahrungen sind mit den Latexschläuchen gemacht worden. Diese sind um Einiges leichter als ihre normalen Butyl-Kollegen und mehr als dreimal so haltbar als diese Ultraleichtschläuche. Ein Nachteil besteht aber darin, das diese Schläuche die Lauft nicht so lange halten wie normale Schläuche und daher vor jeder Fahrt der Luftdruck kontrolliert werden sollte.
Bei Felgen sollte man sich bewusst sein, dass sehr leichte Rennfelgen nicht die Dauerhaltbarkeit gewichtiger Modelle erreichen, da sie in der Materialstärke sehr ausgereizt sind.
Vernünftig konifizierte Speichen können bedenkenlos eingebaut werden, auch sinnvoll gewichtsoptimierte Naben sparen viele Gramm bei guter Haltbarkeit.
Wer einmal Standartlaufräder gegen gut aufgebaute Leichtlaufräder getauscht hat, erfährt die neue Dynamik ganz deutlich.
Doch auch beim Laufrad müssen Eigengewicht und der Fahreinsatz immer in einer sinnvollen Relation zum Laufradgewicht stehen. Gerade die Wahl des richtigen Reifens und leichter Schläuche ist eine relativ preiswerte Tuningmöglichkeit, vor allem wenn sowieso eine Ersatzbeschaffung wegen Verschleiß ansteht.

Steuerzentrale
Das Material Carbon ist bei Lenker im Leichtbaubereich inzwischen sehr gut vertreten. Hier kann das zugfeste Material bei sorgfältiger Verarbeitung seine Stärken voll ausspielen.
Ein widerstandsfähiger Klemmbereich ist bei allen Lenker oberste Priorität. Ultraleichtlenker aus hartem (aber sprödem) Aluminium sind immer noch mit Vorsicht zu genießen. Jeder Leichtlenker gehört nach 2 Jahren normaler Nutzung zum „Alteisen“.
Der Vorbau: Der Trend geht langsam aber sicher zum „unter 100 Gramm Modell“. Was vor 2 Jahren noch als ultraleicht gefeiert wurde, ist heute fast doppelt so schwer wie die leichtesten Modell zu Zeit auf dem Markt. Dieses geringe Gewicht bedeutet aber nicht gleichzeitig, dass jenen Vorbauten nicht stabil genug sind. Ganz im Gegenteil, diese Leichtgewicht erfüllen alle Tests mit Bravur.

Antrieb
Bei Kette, Ritzel, Kurbel und Co. am Gewicht sparen, bedeutet meist eine Einbuße der Funktion.
Im Klartext: wer vorne perfekt schalten will, kommt um Shimano Kettenblätter kaum herum.
Geht man in Sachen Funktion Kompromisse ein, ist Gewicht sparen möglich.
Derweilen drängen immer mehr Hersteller mir Carbonkurbeln auf den Markt, die in den verschiedensten Verfahren hergestellt werden. Einsame Spitze sind jedoch immer noch Storcks „Riesen“ (Carbonkurbeln)
An der Kette Gewicht zu sparen ist fast gar nicht möglich, oder nur sehr eingeschränkt. Es gibt zwar Ketten aus Titan. Nur die Kette ist eines der Teile mit dem höchsten verschleiß. Daher ist es fraglich wegen 40-50 Gramm Gewichtsersparnis, Hunderte von Euro auszugeben.
Wer bei den Ritzelpaketen sparen will, kann dies mit den teuren Titan-Ritzel von Shimano tun. Hie stimmt auch die Funktion.
Ganz im Gegensatz zu den Ritzeln aus Aluminium, die in Schaltverhalten und Langlebigkeit beinahe indiskutabel sind. Wer genug Kraft in den Beinen hat, sollte sich auch einmal die Rennradabstufungen ansehen. Beispiel: Dura Ace 12-27 Zähne. Dann aber am besten mit 3-fach vorne. Bei den Kassetten mit einem 34er Ritzel kann man getrost das “Kleine” vorne abschrauben. Optimal wäre es wenn man dann noch ein 30er oder sogar ein 29er Blatt montieren würde. Wobei letzteres leider nicht für 4arm Kurbeln erhältlich ist.