Testbericht – Soul Kozak

21. September 2007 von Jochen Wartenberg  
Kategorie: Aktuelle News, Mountainbike

Seidiger Lauf, eine schöne edle Optik, ein geringes Gewicht, all das erhofften wir uns von den Naben der Firma Soul-Kozak, welche sich Ende 2006 zu einem Langzeittest stellten.

Soul-Kozak

Im November 2006 erhielten wir die ersten Exemplare in Disc und konventioneller Ausführung. Der zunächst positive Eindruck wurde ein paar Monate später getrübt, worüber wir im Januar berichteten. Wie es nun um die Testexemplare steht, lest ihr in den folgenden Zeilen.

Seit rund einem Monat nun ist auch meine Hinterrad-Nabe nicht mehr Einsatzfähig. Der Freilauf dreht mit, unwillig die Kette frei zu geben. Ein öffnen der Nabe brachte zu Tage, dass das Wälzlager hinter dem Freilauf gebrochene Kugeln hat, welche in den Freilauf gelangt sind. Zudem hat das linke Lager im inneren keine Abdeckung mehr und läuft sehr rauh. Kurz zuvor durfte ich feststellen, nach mehrmaligem Transport des Rades im Kofferraum, dass die Bremse nach einsetzen des Vorderrades nachjustiert werden wollte. Dies lag daran, dass ein Lagersitz sich geweitet hat, nun das Rillenkugellager wandert und die Geoetrie sich somit ändert.

Soul-Kozak

Zu dem sich bereits im November angekündigten Defekt – einem geplatzten Freilauf – zitiere ich aus einem Bericht von Light-Bikes Autor Marcus Kluth:

Seit Mitte November 2006 fahre ich den Satz Laufräder und sehr rühmlich haben sich die Naben, bzw. die Hinterradnabe bisher nicht geschlagen. Die HR-Nabe war schon einmal nach einer Schlammschlacht verdreckt und verlangte nach einer Reinigung (zu der mir Mariusz Kozak sogar rat) Von Anfang an konnte man die Sperrklinken einzeln einrasten hören, Präzision ? Beim erstmaligen Einsatz in richtig steilen Anstiegen ist dann folgendes passiert. Bei einem Anstieg (22-32 aufgelegt & ordentlich geknechtet) machte es einmal kräftig “knacks” und ich dachte sofort, dass vielleicht eine Sperrklinke gebrochen war. Oben angekommen drehte sich das HR zwar noch leicht, aber der Freilauf drehte nur noch sehr widerwillig zurück (in non Tretpassagen wurde die Kette zusammengeschoben & lag auf der Kettenstrebe auf). Nach der Tour wurde das Rad erst einmal gereiningt. 2-3 Stunden später, als ich dem Defekt genauer auf den Grund ging, sah die Nabe innen so aus:

Soul-Kozak
Dicht ist etwas anderes!

Nach kurzer Inspektion sah ich direkt, dass mein Verdacht bestätigt wurde: eine der Sperrklinken ist zerbröselt. Die Späne dieser Sperrklinke haben dann auch noch einige dicke Riefen und Macken in das anscheinend recht weiche Alu des Freilaufkörpers gemeisselt.

Soul-Kozak Soul-Kozak
Riefen und Abdrücke Sperrklinken

Auf dem folgenden Bild sind die Späne zu sehen die dem Freilaufkörper noch ordentlich zugesetzt haben. Man sieht auch, dass die beiden intakten Sperrklinken nicht wirklich gleich sind. Da muß man sich nicht wundern, wenn die drei Sperrklinken nicht alle gleichzeitig greifen.

Soul-Kozak

Soul-Kozak

Die eine Sperrklinke wurde mit solcher Gewalt in den Freilaufkörper gepresst, dass dieser dem Druck nicht standhalten konnte und Risse in der Aufnahme für die Sperrklinke bildete.

Soul-Kozak Soul-Kozak
Riefenbildung

Die Kraft die in der Nabe werkelte war so groß, dass die Verzahnung in der die Sperrklinken greifen (der Ring ist aus Stahl!) an 2 Stellen eingerissen ist. Ausserdem haben die Sperrklinken einige der Zahnbuchten mächtig ausser Form gebracht was wieder ein Anzeichen dafür ist, dass es mit der Präzision nicht sonderlich weit her ist.

Soul-Kozak

Soul-Kozak

Nebenbei bemerkt: Alle vier Kugellager der HR Nabe laufen rauh.

Mein bisheriges Fazit:
Ohne gescheite Dichtungen kommt diese Nabe nicht aus. Die Präzision & Passgenauigkeit der einzelnen Teile muß stark verbessert werden. Ich halte die Aufnahme der Sperrklinken im Freilaufkärper für eine unterdimensionierte Fehlkonstruktion. Über kurz oder lang wird sich an dieser Stelle jede Sperrklinke ins Material einarbeiten (man bedenke: bei mir wars schon nach ca. 10 Wochen nicht sehr intensiven fahrens passiert).
Die Konstruktion der HR Nabe ist den Belastungen am MTB keinesfalls gewachsen. Die VR-Nabe läuft noch relativ problemlos. Die Lager laufen etwas rau und discseitig hat sich die Aufnahme/Passung des Lagers gelöst. Einkleben und mit einer Madenschraube fixiert hat bis heute Abhilfe geschaffen.

Das Kozak keinen Service leistet und die versprochenen Ersatzteile nicht liefert – ja sich auch garnicht mehr auf E-Mails meldet – verwundert doch schon etwas, lässt aber sehr tief blicken.

Wie bereits in Marcus Beitrag erwähnt, gesellen sich den technischen Problemen nun kommunikationstechnische hinzu. Mariusz Kozak antwortet nicht mehr auf unsere E-Mails und wir erhalten keinen Ersatz.

Noch einmal kurz die Kronologie des Tests:
Es wurden 6 Naben geordert, zwei nach zwei Wochen getauscht (Non-Disc), da fälschlich ausgeliefert. Drei Monate später Hinterrad-Nabe (Disc) defekt und eingeschickt und bis heute keinen Ersatz. August 2007 Vorderrad und Hinterrad defekt und ebenfalls kein Austausch. Dies lässt nur einen Schluss zu: Die Testreihe wird nun als beendet erachtet und die Naben der Firma Soul-Kozak werden von uns als nicht empfehlenswert bewertet.

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