Inside Rewel – Ein Portrait

Titanium made in Italy 598x

Heute wollen wir Euch einmal einen kleinen Einblick in die Firma Rewel geben.

Natürlich kann man sich den Rahmen auch zusenden lassen, aber wenn man schon mal in der Nähe ist, sollte man die Gelegenheit nutzen um einen Blick in die Werkstatt zu werfen. Für einen umfassenden Bericht habe ich diese Pflicht gern erfüllt.

Das südöstlich von Bozen gelegene Petersberg sieht nicht so aus, als würde hier die Welt aus den Angeln gehoben werden. Es geht hier sehr beschaulich zu. Es finden sich keine großen Schilder oder anderweitige Werbung für Rewel im Ort. Man muss wissen was man sucht und wird es am Ortsrand fast schon mitten im Bergwald finden. Eine kleine unscheinbare Straße führt zu einem recht hübschen Gehöft. Begrüßt wird man von einem stattlichen Hund der gewissenhaft seiner Aufgabe nachgeht. Er führte mich zielsicher zur Werkstatt als wüßte er was ich hier suche.

Rewel Werkstatt außen 598x

Es wird schnell klar, dass hier keine Hektik herrscht. Es wird vielmehr mit Ruhe und Kalkül gearbeitet. Wahrscheinlich ist gerade das, was es für einen guten Titanrahmen braucht.

In der erstaunlich großen Werkstatt wird dann sehr schnell klar, wie „TITANIUMade in Italy“ zu verstehen ist. Bis auf ganz wenige Details wird hier alles selbst gefertigt. Der Maschinenpark ist solide und zeigt, dass hier noch echtes Handwerk betrieben wird. Man fühlt sich hier sofort wohl, denn auf jede Frage bekommt man sofort eine Antwort – große Geheimnisse scheint es nicht zu geben.

Werkstatt innen 598x

Mich erstaunte die Vielfalt der Rahmen. Titanrahmen der verschiedensten Firmen hängen in der Werkstatt. Rewel schweißt nicht nur die eigenen Rahmen sondern liefert auch Rahmen an andere Firmen. Weiterhin kann sich der Kunde Titanrahmen jeglicher Firmen hier reparieren oder verändern lassen. Bei meinem Besuch wurde auch ein ganz spezieller Kundenwunsch erfüllt. An einem fertigen Rahmen wurde das Sitzrohr gewechselt. Etwas was ich für unmöglich hielt, stellt bei Rewel kein allzu großes Problem dar.

Ovan 598x

Rewel Rahmen 598x

Die unzählichen Kisten mit Ausfallenden, Tretlagerhülsen, Rahmenrohren und anderen Details zeigen klar, dass der Kundenwunsch in Vordergrund steht. Man versucht wirklich jede Idee umzusetzen. Sollten die Wünsche doch mal zu verwegen sein, bekommt man sachliche, auf langjähriger Erfahrung basierende Alternativen angeboten.

Natürlich war uns auch die Meinung zum Thema Leichtbau wichtig und ich wurde überrascht. Bei Rewel stößt man mit diesem Thema auf offene Ohren und einen großen Erfahrungsschatz. Ignoriert wird das Thema sicher nicht, man wägt aber sehr genau ab wie weit man gehen will. Grenzwertige Konstruktionen schweißt man hier nicht. Dazu sind die Rahmen viel zu akribisch auf hohen Fahrkomfort und Seitensteifigkeit ausgelegt. Würde man einen MTB-Rahmen mit 1200g bauen, was durchaus möglich ist, verspielt man diese Eigenschaften, die ein Rewel besonders machen. Viel wichtiger als Leichtbau ist Rewel dem Kunden einen Begleiter fürs Leben mitzugeben; ein Rahmen in dem sich auch langjährige Erfahrungen aus dem Rennsport wiederspiegeln. Die Spannung vor den ersten Testfahrten stieg ungemein. Sollte es wirklich Titanrahmen geben, die nicht durch mangelnde Steifigkeit auffallen? Im Laufe des Jahres werden wir der Sache auf möglichst vielen Testkilometern auf den Grund gehen.

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